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Mrz 16 2013

Fanclub macht sich Sorgen um den VfL Borussia Mönchengladbach

Es ist noch gar nicht lange her, als der VfL Borussia Mönchengladbach zum Höhenflug im Frauenfußball ansetzte. Just im WM-Jahr 2011 hatte sich der Verein das Ziel gesetzt möglichst schnell ins Oberhaus der Liga aufzusteigen und dieses neu aufzumischen. Doch nichts wurde aus dem Vorhaben – Interne Querelen, Unstimmigkeiten sowie eine groß angelegte Umstrukturierung ließen, nach nur einem Jahr Zweitligazugehörigkeit, die erste Frauenmannschaft wieder im Nirwana der Regionalliga-West versinken. Der 1. Frauenfußball-Fanclub Borussia VfL 1900 Mönchengladbach “Seele brennt 2009″ macht sich Sorgen um den Zustand der Mannschaft und machte unter der Woche ihrem Frust, nach dem Ligaspiel gegen den FCR 2001 Duisburg II,  Luft. – Übrigens gewann die Borussia das Spiel 3:2.

 

Text vom Vorstand des 1. Frauenfußball-Fanclub Borussia VfL 1900 Mönchengladbach “Seele brennt 2009″ , Fotos von Marion Kehren

Leere Ränge im Gladbacher GrenzlandstadionWas ist eigentlich bei der Borussia los? Egal wo man hinsieht auf der Sportanlage – alles ist trist und wirkt freudlos!

Die immer spärlicher werdenden Zuschauer, neben den Verwandten der Spielerinnen und einigen Gästefans gibt es kaum noch Leute, die sich zum Spielbesuch überwinden können. Die Leute, die das Spiel besuchen, sind fassungslos ob des Spielniveaus, das immer weiter in den Keller sinkt. Von Spielfreude wie beispielsweise vor 3 oder 4 Jahren ist fast nichts mehr zu sehen.

Damit kommen wir zur Mannschaft, die offensichtlich keine homogene und engagierte Einheit mehr bildet. Vor Jahren sah dies ganz anders aus, jetzt glaubt man nur noch Einzelkämpferinnen auf dem Platz zu sehen. Viele Spielerinnen konnten nicht gehalten werden, neue Spielerinnen werden kaum gewonnen. Das schlimmste Beispiel hierzu ist die Torhüterinnenfrage in dieser Saison. Zu Beginn der Saison 2011/2012 besaß Borussia drei sehr gute Torhüterinnen für die erste Mannschaft. Alle drei sind bis spätestens zum Ende der letzten Saison gegangen, eine Neuverpflichtung ist den Verantwortlichen bei Borussia in den vergangenen 9 Monaten nicht gelungen! Die Mannschaft wird taktisch gezielt verunsichert. Außer auf der Torhüterinnenposition und den beiden Innenverteidigerpositionen wurde die Mannschaft komplett umgesetzt. Dabei war die Torwartposition während der meisten Zeit der Hinrunde zudem auch noch ganz anders besetzt – durch eine eigentlich auf dem Feld wichtigere Spielerin!

Viele Spielerinnen, die in den Vorjahren auf angestammten Positionen gute bis sehr gute Leistungen gezeigt haben, werden auf gänzlich anderen Positionen ausprobiert und „verbrannt“. Beispiele gibt es leider zu viele:

Anne Bierbaum- Anne Birbaum als gute defensive Mittelfeldspielerin, wechselt während der Hinrunde ins Tor und darf nun wieder im Feld ran, aber nicht auf ihrem früheren Stammplatz, der klassischen Sechs, sondern als Mittelstürmerin

- Anne Catherine Kufner, die Nachwuchsspielerin aus dem defensiven Mittelfeld, darf nun auf die strategische „10“-er Position

- Eyline Lupprich, unsere Mittelstürmerin, wechselt nun auf die Position der rechten Verteidigerin

- Kyra Densing, als Stürmerin über den Flügel erfolgreich, spielt auf dem linken Verteidigerposten

- Sabrina Weyers, eine Bank als Innenverteidigerin oder auch als rechte Verteidigerin, wird zur Flügelstürmerin umgeschult und schließlich auf die Bank verbannt.

Eine taktische Linie ist nicht mehr erkennbar, alles wirkt bunt durcheinander gewürfelt. Zufriedenheit strahlt weder das Team noch das Team ums Team aus! Spielerinnen werden verprellt und beenden ihre Karriere oder wechseln zu anderen Vereinen, innerhalb der Kommunikationsnetzwerke der aktiven Spielerinnen sprechen sich Lage und Stimmung herum mit der Folge, dass kaum noch Spielerinnen Interesse zeigen zur Borussia zu wechseln. Im Gegenteil: viele Spielerinnen stehen vor dem Absprung oder haben diesen in der Winterpause bereits vollzogen. Früher galt, dass sich Funktionsträger nicht negativ zum Spiel äußern und erst recht keine Kritik am Spielleiter üben sollten – von dieser Maxime ist man Lichtjahre entfernt – manchmal sind die ewigen Proteste nur noch peinlich.

Kyle BergerNachdem Borussia einen hauptamtlichen Leiter für den Frauen- und Mädchenfußball eingestellt hatte, sollten auf seinen ausdrücklichen Wunsch Doppelfunktionen abgeschafft werden und auch Eltern sollten im Team ihrer Kinder keine Funktion mehr übernehmen. Dieses Prinzip wird sogar an höchster Stelle durchbrochen, Kontrollfunktionen werden so außer Kraft gesetzt.

Über die Anzahl an betreuenden Elternteilen kann sich jeder bei Borussia.de informieren…! Die im Frauen- und Mädchenfußball, trotz aller wünschenswerter Professionalität wichtige familiäre Atmosphäre, wurde Stück für Stück abgebaut.

Der schöne Service der Begleitung des Spiels durch Ansagen der Mannschaftsaufstellungen, Ein- und Auswechslungen, Bekanntgabe der Torschützen, Ergebnisdienst oder auch die musikalische Untermalung der Halbzeit und der Aufwärmphase ist eingestellt worden. Ein toller Verkaufspavillon gammelt ungenutzt vor sich hin.

Schließlich ist das stark getrübte Verhältnis zwischen der Abteilungsleitung des Frauen- und Mädchenfußballbereichs zum Fanclub zu nennen. Nach einem guten Informationsaustausch im Juni 2010 zwischen dem Fanclub und Teilen der Geschäftsführung Borussias sowie der Presseabteilung, konnte eine Vereinbarung zum Austausch von Informationen und gewisser Zusammenarbeit geschlossen werden. Diese Vereinbarung wurde unter Zuhilfenahme eines lahmen, an den Haaren herbeigezogenen Arguments einseitig vom Bereichsleiter Frauen- und Mädchenfußball aufgekündigt und sämtliche Funktionsträger wurden angewiesen, den Fanclub mit einem Informationsboykott zu belegen.

Die Entwicklung der letzten Jahre stimmt traurig und auch ein wenig wütend, da zu befürchten ist, dass die Abteilung Frauen- und Mädchenfußball irgendwann nur noch abgewickelt und eingestampft wird, wenn strukturell so weiter gearbeitet wird wie zuletzt! Und das Vorgenannte spiegelt leider nur einige wenige der negativen Tendenzen der letzten Jahre wieder!

Kann das alles im Sinne von Borussia und allen Fans des Frauenfußballs sein??? Wir meinen, NEIN!!! Denn eigentlich möchten wir alle gemeinsam mit Freude zum Frauen- und Mädchenfußball gehen!!!

EUERE Meinung könnt ihr gerne auf der Homepage des Fanclubs kundtun!