«

»

Mrz 25 2013

2. Bundesliga Süd, 15. Spieltag: Individuelle Klasse setzt sich durch

1. FFC Frankfurt II – 1. FFC Recklinghausen 4:1 (0:0)

 

 

Text von Tom Schlimme, Bilder von Herbert Heid

 

In einem über weite Strecken einseitigen Spiel setzte sich die zweite Mannschaft des 1. FFC Frankfurt gegen den 1. FFC Recklinghausen klar durch und dürfte sich damit endgültig aller Abstiegssorgen entledigt haben. Angesichts vieler ausgelassener Chancen auf beiden Seiten hätte das turbulente und ansehnliche Spiel auch 8:2 ausgehen können.

 

Mit ihrem Kopfballtor zum 1:0 brach Jasmin Herbert (22) den Bann und führte ihr Team auf die Siegesstraße. Recklinghausens Keeperin Maike Vogler hatte gegen diesen platzierten Kopfball keine Chance

 

Schon in der dritten Minute spielte die schnelle Silvana Chojnowski, die einen glänzenden Tag erwischt hatte und beste Spielerin auf dem Platz war, die ihr entgegen kommende Recklinghausenener Keeperin Maike Vogler aus, doch eine Abwehrspielerin kratzte den Ball noch von der Linie. Kurz danach kam Valeria Kleiner zu einer Schusschance, verzog jedoch. Die Frankfurterinnen, heute praktisch ohne Verstärkung aus der ersten Mannschaft, wenn man darüber hinweg sieht, dass Chojnowski und Theresa Panfil auch dort schon Auftritte hatten, dominierten die Gäste fast nach Belieben, schnürten sie fast an deren Strafraum ein. Doch richtig gefährlich wurde es in der Anfangsphase selten. Die Taktik der Gäste war klar, hinten gut verteidigen und lange Bälle auf die einzige Spitze Jennifer Ninaus, die man sicher zu den besten Stürmerinnen der Liga zählen kann. In der 13. Minute wäre Ninaus auch fast durch gewesen, doch Frankfurts Abwehrroutinier Tina Wunderlich konnte gerade noch dazwischen gehen. Doch ansonsten spielten und kombinierten fast nur die Frankfurterinnen, eine schöne Kombination von Panfil über Chojnowski zur ebenfalls gut aufgelegten Deniz Özer endete mit deren Schuss über das Tor. Dann landete ein Abpraller bei Panfil, die alleine vor der Keeperin etwas überhastet knapp am Pfosten vorbei zielte. Auch Chojnowski scheiterte noch mehrmals knapp, die Frankfurterinnen spielten ihre Chancen in dieser ersten Halbzeit nicht gut zu Ende. Das wäre fast sogar noch bestraft worden, denn kurz vor der Pause leistete sich Keeperin Anne-Kathrine Kremer eine Unsicherheit, als sie bei einem Freistoß der Gäste den Ball nicht richtig einschätzte, was zu einer Schusschance für Recklinghausen führte. Der Ball prallte aber von einer auf der Linie stehenden Abwehrspielerin ins Spielfeld zurück. So ging es torlos in die Kabinen, angesichts der klaren Überlegenheit der Frankfurterinnen ein für sie sehr unglücklicher Zwischenstand.

 

Nach dem Seitenwechsel lief es dann für die Heimelf gleich besser. Eine gute Flanke von Chojnowski wurde von Mirealla Junker gefährlich Richtung Tor geköpft, der Ball gerade noch zum Eckstoß abgewehrt. Dieser Eckstoß jedoch landete nach Kopfballverlängerung bei Jasmin Herbert und wurde von dieser sehr schön platziert ebenfalls mit dem Kopf im Recklinghausenener Tor untergebracht. Eine sehr schöne Kombination brachte in der 54. Minute das 2:0. Die linke Frankfurter Verteidigerin Heidi Sigurdardottir spielte einen Traumpass steil auf Chojnowski, die setzte sich links am Strafraum klasse durch und passte von der Grundlinie ideal in die Mitte, wo Özer souverän verwandeln konnte. Das sollte es eigentlich gewesen sein, doch Recklinghausen kam noch einmal heran. Durch einen selten bei ihr zu sehenden Fehler brachte Wunderlich die Gäste nah am Frankfurter Strafraum in Ballbesitz, Keeperin Kremer bekam den daraus hoch auf sie zufliegenden Fernschuss nicht richtig zu fassen und kolldierte mit einer Gegenspielerin vor ihr. Schiedsrichterin Alessa Plass aus Augsburg stand sehr nah am Geschehen und entschied sofort auf Elfmeter, den Ninaus souverän verwandelte.

 

Um den Elfmeterpfiff zu beurteilen, war ich zu weit weg, doch die Leistung von Alessa Plass insgesamt möchte ich an dieser Stelle mit einem großen Lob bewerten. Es war für mich die beste Schiedsrichterleistung, die ich bisher in dieser Saison gesehen habe, erste Liga eingeschlossen. Sehr ruhig, mit klaren, nicht übertriebenen Ansagen, alle Entscheidungen, die ich von nahe sehen konnte, erschienen mir absolut richtig. Super!

 

Die Frankfurterinnen ließen sich durch den Gegentreffer nicht wirklich irritieren und spielten weiter nach vorne. So fiel das 3:1 nach einem schönen Konter, indem sich sowohl Panfil als auch Chojnowski in der eigenen Hälfte in Zweikämpfen durchsetzen konnten, den Ball dann zu Jessica Reinhardt brachten, die mit einem schönen Schuss von der Strafraumgrenze aus in der 61. Minute den Zweitoreabstand wieder herstellte. Es folgten weitere gute Chancen für Frankfurt, manchmal flipperte der Ball nur so durch den Recklinghausener Strafraum, doch irgendwelche Beine waren immer noch dazwischen, und die Frankfurterinnen spielten auch etliche Male etwas zu kompliziert. So wurden einige Großchancen vergeben, das 4:1 fiel dagegen aus einer eigentlich leicht zu verteidigenden Situation. Die Recklinghausenener Abwehrspielerinnen waren weit in der Überzahl, doch Chojnowski spielte genial Doppelpass mit der eingewechselten Melanie Hauser, ging dann im Alleingang an Abwehrspielerinnen und Keeperin vorbei und krönte ihre herausragende Leistung mit dem verdienten 4:1.

 

Stimmen zum Spiel:

Frankfurts Trainer Stephan Fröhlich:

Es war zuerst ein Geduldsspiel, doch die Mannschaft hat an sich geglaubt und dann letztlich auch die verdienten Früchte der guten Leistung ernten können.

 

Recklinghausens Trainer Jörg Amthor:

Diese Frankfurter Spielerinnen waren heute einfach zu gut und zu schnell für uns, die waren für meine Spielerinnen so nicht zu halten. Allerdings bin ich enttäuscht von einigen meiner Spielerinnen, die nicht richtig dagegen gehalten haben. Heute hätten wir nur über gute mannschaftliche Geschlossenheit etwas erreichen können, die habe ich vermisst.

 

 

 

 

 

 

 

1. FFC Frankfurt II: Kremer – Kleiner (80. Gördel), Wunderlich, Kantor, Sigurdardottir – Junker, Herbert – Panfil (77. Baumann) -, Reinhardt (75. Hauser), Özer, Chojnowski

 

1. FFC Recklinghausen: Vogler – Mues, Klos, Arndt, Marzinowski (46.Stemmer) – Di Nisi, Balkenhol, Rogalla (76. Götte), Pointke, Grünheid – Ninaus

 

Tore:

1:0 Herbert (48.)

2:0 Özer (54.)

2:1 Ninaus (56. FE.)

3:1 Reinhardt (61.)

4:1 Chojnowski (87.)

 

Gelbe Karten: Kantor, Gördel / Ninaus, Grünheid

 

Schiedsrichterin: Alessa Plass (Augsburg) mit Marietta Menner und Lena Wöllmer

 

Zuschauer: 85