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Apr 07 2013

Das ist wie ein Puzzle – Interview mit Yael Averbuch

Text von Rainer Fußgänger, Fotos von Rainer Fußgänger und Marion Kehren

Yael Averbuch, Camille Levin, Olivia SchoughNach dem Supercupfinale sprach ich mit Göteborgs Mittelfeldspielerin Yael Averbuch. Die 26 Jahre alte Averbuch stammt direkt aus New York City und hat in North Carolina studiert und bei den legendären Tar Heels gespielt, jenem Team, das Titel um Titel im amerikanischen Collegefußball sammelt und die absolute Elite darstellt. 

Yael, wie hast du das Spiel erlebt? 

Die haben uns unerhört unter Druck gesetzt und es ist klar, dass sie ein hervorragendes, offensives Team sind. Ich denke, wir haben ein bisschen Glück gehabt, andererseits aber auch unsere Möglichkeiten ausgenutzt. Wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen haben, aber das ist definitiv ein Qualitätsteam, dass wir da geschlagen haben.

Was sagt das heutige Resultat eine Woche vor dem Start der Liga über Göteborg?

Ich denke, wir hatten schon eine sehr gute Vorbereitung durch die Champions League. Unglücklicherweise sind wir ausgeschieden und haben jetzt gegen ein Team gespielt, das zu den besten´in Europa gehört, es kann kaum eine bessere Vorbereitung geben. Es ist ein gutes Gefühl mit so einem tollen Sieg in die Saison zu gehen.

Yael Averbuch auf der US-AuswechselbankDu bist in den letzten Wochen sehr viel gereist, hast mit der amerikanischen Mannschaft gegen Deutschland gespielt, mit Göteborg gegen eine französische Spitzenmannschaft und bist jetzt wieder in Schweden. Was bringt das für die Erfahrung?

Ich war sehr beeindruckt von Juvisy. Aber das ist schon sehr interessant. Jedes Team, gegen das ich spiele, in jedem Land hat einen leicht anderen Stil. Das ist wie ein Puzzle. Ich lege die Teile zusammen und ich lerne einfach unglaublich viel. Und jetzt, wo ich in der amerikanischen Nationalmannschaft spiele, hilft das natürlich auch. Ich habe etwas mehr Erfahrung und jedes Mal, wenn wir auf ein europäisches Team treffen, dann kenne ich schon ein paar Gesichter, weiß ungefähr, was uns erwarten wird und fühle mich gut vorbereitet.

In deinem sehr lesenswerten Blog hast du geschrieben, dass der neue US-Trainer Tom Sermanni die Spielweise verändert. Kannst du das nochmal erklären?

Naja, etwas richtig Drastisches hat er noch nicht verändert, das wäre sicher auch nicht gut, in ein siegreiches Team zu kommen und allerhand zu verändern. Das will man auch nicht. Aber er ist langsam dabei, neuen Spielerinnen Chancen zu geben, einigen jungen Spielerinnen, aber auch einigen Spielerinnen, die nah an der Nationalmannschaft dran waren, aber trotzdem nie die Chance bekamen zu spielen. Ich fand, es war sehr interessant, zuletzt ein paar neue Gesichter zu sehen. Das wird sich weiter verändern, wenn auch langsam.

Yael Averbuch, vielen Dank für das Gespräch und eine gute Heimreise nach Göteborg.

Ich danke auch.