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Apr 22 2013

Champions League: Nadine Keßler schießt Wolfsburg ins Finale

VfL Wolfsburg – Arsenal London FC 2:1 (1:0)

 

Text und Bilder von Sascha Heyer

Nach dem Handbruch am Mittwoch im Nachholspiel gegen die Frauen des FC Bayern München übernahm Kapitänin Nadine Keßler im heutigen Spiel gegen Arsenal London wieder die Verantwortung und führte ihr Team zu einem knappen, aber nicht unverdienten Sieg. Zwar verschoss sie den „schlechtesten Elfmeter ihrer Karriere“, wie sie nach dem Spiel sagte, verwandelte aber den Nachschuss und schoss ihr Team so ins Finale der Champions League am 23. Mai in London.

 

FINALE!!! Gleich bei ihrer ersten Teilnahme an der Champions League ziehen die Spielerinnen des VfL Wolfsburgs ins Finale ein!

FINALE!!! Gleich bei ihrer ersten Teilnahme an der Champions League ziehen die Spielerinnen des VfL Wolfsburgs ins Finale ein!

 

sh-startelf-wolfsburgMit einem 2:0 in London hatten sich die Frauen des VfL Wolfsburg eine gute Ausgangslage für die heutige Partie in der Wolfsburger Volkswagen Arena geschaffen. Die Chancen standen also gut bereits bei der ersten Teilnahme am internationalen Wettbewerb ins Finale einzuziehen. Während die ersten Spielminuten eher vom Abtasten bestimmt waren fanden beide Mannschaften schnell ins Spiel. Nach 8 Spielminuten war es Selina Wagner, die vor Arsenals Torhüterin Emma Byrne auftauchte, aber über Torhüterin und Tor lupfte. Im Gegenzug hatten auch die Gäste ihre erste Torchance. Ellen White wurde aber von Luisa Wensing und Alissa Vetterleich am Torschuss gehindert. Keine 5 Minuten später war es Conny Pohlers, die ihr Team hätte in Führung bringen können, scheiterte aber per Kopf an Emma Byrne. Besser machte es da Selina Wagner, die heute die gelbgesperrte Alexandra Popp vertrat. Eine Flanke von Verena Faißt köpfte sie in Richtung Tor und dort ging das Leder von der Unterkante der Latte hinein. Nach dem Treffer wirkte die 22jährige selbst verwundert, lief dann aber doch zur Trainerbank um sich gebührend feiern zu lassen. Die prächtige Kulisse von insgesamt 8.173 Zuschauern sollte auch in der Folge ihr kommen nicht bereuen. Denn weitere Chancen folgten auf beiden Seiten, auch wenn nichts zählbares mehr heraus springen sollte und so ging es mit der knappen Führung der Wolfsburgerinnen in die Halbzeitpause. Gästetrainerin Shelley Kerr merkte nach dem Spiel an, dass selbst ein 3:0 für die Gastgeberinnen zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient gewesen wäre.

 

sh-nadine-kesslerMunter sollte es auch in der 2. Halbzeit weiter gehen. Die Einstellung stimmte beim Team von Ralf Kellermann, lediglich die Chancenverwertung wurde erneut zum Manko. Keine 5 Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als das nächste Ausrufungszeichen folgte. Erneut war es ein Kopfball von Selina Wagner, der Gefahr für die Engländerinnen bedeutete. Dieses Mal rettete jedoch das Aluminium. Anna Blässe zeigte dann ebenfalls, dass sie für Torgefahr sorgen kann, tankte sich durch, setzte den Ball aber nur an das Außennetz. Wie es im Fußball dann öfter kommt bewahrheitete sich auch heute. Kim Little zog mal eben ab und sorgte für den Ausgleich. Scheinbar hatte sie aber selbst etwas gegen diesen Spielstand und nach ihrem Handspiel entschied Schiedsrichterin Silvia Tea Spinelli in der 62. Spielminute auf Strafstoß. Nadine Keßler schnappte sich das Leder und scheiterte an Emma Byrne. Beim Nachschuss hingegen blieb die Engländerin chancenlos und so hieß es 2:1 für die Wölfinnen. Bis Spielende blieb es stest gefährlich vor beiden Toren. Besonders die eingewechselte Lina Magull hatte den einen oder anderen Treffer auf dem Fuß. Einen Treffer gab es jedoch nicht mehr zu bestaunen und so zogen die Wolfsburgerinnen mit einem knappen Sieg in das Finale der Champions League ein. Nach Abpfiff war die Erleichterung bei den Jubelszenen erkennbar. Doch Martina Müller mahnte auch, dass die Konzentration nun der Bundesliga gelte. Ebenso sah es Trainer Ralf Kellermann, der nun froh ist, dass die „großen Events des Frauenfußballs“ nach der Bundesligasaison warten und diese Endspiele hoffentlich mit einem Meistertitel im Rücken bestritten werden können. Womit er die Bedeutung der ausstehenden Bundesligaspiele unterstrich. Bitter hingegen, dass Viola Odebrecht heute die 2. gelbe Karte im Wettbewerb kassierte und somit beim Finale in London fehlen wird.

 

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VfL Wolfsburg:  A. Vetterlein – Wensing, Henning, Goeßling (90. Hartmann), Faißt – Blässe, Keßler, Odebrecht, Müller – Pohlers (79. Magull), Wagner (87. Omilade-Keller)

 

Arsenal LFC:  Byrne – Scott, Grant, Flaherty, Fahey (80. Carter) – Nobbs, Houghton (80. Ludlow), Little – Davison, White, Yankey (65. Beattie)

 

Tore:

1:0 Wagner (14.)

1:1 Little (54.)

2:1 Keßler (61., Handelfmeter)

 

Gelbe Karten:  Odebrecht / Flaherty, Little

Schiedsrichterin: Silvia Tea Spinelli; Romina Santuari, Cinzia Carovigno; Graziella Pirriatore

Zuschauer: 8.173