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Apr 23 2013

1. Bundesliga, 19. Spieltag: Jena verschafft sich Luft zur Abstiegszonge

FF USV Jena – FSV Gütersloh 3:0 (0:0)

 

Text von Steffen Langbein, Bilder von Holger Peterlein

 

Vor dem Spiel war klar, wenn der FF USV Jena (vorher 15 Punkte) gewinnt, sollten die Fronten im Abstiegskampf praktisch geklärt sein. Der Tabellenletzte Gütersloh (7 P.) hatte mit einem Sieg noch die Chance, den Abstand auf Platz Zehn zumindest zu verringern. Am Ende siegte Jena klar und hat damit einen ganz wichtigen Schritt zum Klassenerhalt getan.

Susann Utes hat allen Grund zum Jubeln. Soeben hatte sie mit ihrem Kopfballtor das 1:0 für Jena gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf aus Gütersloh erzielt. Mit diesem Tor leitete sie nicht nur den Sieg ein, sondern dürfte auch einen wesentlichen Beitrag zum Klassenerhalt geleistet haben!

Susann Utes hat allen Grund zum Jubeln. Soeben hatte sie mit ihrem Kopfballtor das 1:0 für Jena gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf aus Gütersloh erzielt. Mit diesem Tor leitete sie nicht nur den Sieg ein, sondern dürfte auch einen wesentlichen Beitrag zum Klassenerhalt geleistet haben!

 

hp-julia-arnold-lena-lueckelDie ersten Warnschüsse der Gastgeberinnen in der Anfangsphase gaben Sabrina Schmutzler und Laura Brosius Richtung Gästetor ab. Auf der Gegenseite war der Flankenball von Franziska Bröckl etwas zur Erwärmung für Katja Schroffenegger (10.). Dann passierte einige Minuten nicht viel vor den Toren – bis zum schön anzuschauenden Seitfallzieher von Anne van Bonn, der abgeblockt wurde (18.). Jena konterte mit einer guten Flanke von Sabrina Schmutzler, die Amber Hearn nur knapp mit dem Kopf verpasste (20.). Aber Gütersloh gelang es auch, die ein oder andere Chance zu kreieren. Bei einem langen Ball zögerte USV-Keeperin Schroffenegger etwas, deshalb musste Carolin Schiewe vor einer heranstürmenden Gästestürmerin zur Ecke klären (26.). Bei Anne van Bonns Kopfball nach Claassen-Flanke war Jenas Torfrau dann aber sicher zur Stelle (31.). Im Gegenzug pflückte ihr Gegenüber Berger eine Utes-Flanke herunter. Schnell ging und zielstrebig lief der nächste USV-Angriff über Iva Landeka und Ria Percival, abgeschlossen per Kopf von Hearn, Endstation wieder Berger (35.). Hinten klärte Jenas Spielführerin Laura Brosius im Strafraum fair gegen van Bonn (38.), Marion Gröbners Schuss pfiff knapp am Gehäuse der Gastgeberinnen vorbei. Die größte Vorpausen-Chance für Jena vergab aber Amber Hearn. Nach einem weiten hohen Pass von Lisa Seiler pflückte sie den Ball wunderschön aus der Luft herunter, ein Haken, dann stand sie ganz allein vor Anja Berger, die aber den Flachschuss mit toller Fußabwehr entschärfte (45.). In der Nachspielzeit klärte die FSV-Torfrau nochmal gegen Landeka, es blieb beim gerechten Pausen-0:0.

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Im zweiten Spielabschnitt begannen wieder die Jenaerinnen stürmischer als die Gäste. Bei einer Flanke von Schmutzler konnte Nina Claassen gerade noch so mit dem Kopf vor Amber Hearn klären (50.). Dann war aber der Bann gebrochen. Den Freistoß von Iva Landeka köpfte Susann Utes, mit 1,58m nicht gerade die Größte auf dem Feld, ziemlich freistehend in die Maschen (55.). „Mich hatte wohl keiner auf der Rechnung, die haben nur die größeren Spielerinnen gedeckt“, schmunzelte sie später. Dabei war es beileibe nicht ihr erstes Kopfballtor. Zwei Minuten später hatten die Gäste allerdings den Ausgleich auf dem Fuß. Claassen kam von links aus kurzer Distanz und spitzem Winkel zum Schuss, eine Jenaer Verteidigerin schoss beim Abwehrversuch im Torraum Rebecca Granz an. Von deren Körper landete der Ball aber genau in Schroffeneggers Armen (57.). Das war dann aber schon die einzige Chance zum Ausgleich. Denn Jena setzte alsbald erfolgreich nach. Einen langen Pass aus der eigenen Hälfte von Carolin Schiewe erlief die stets fleißige Sabrina Schmutzler, ließ mit einem Haken im Strafraum noch eine Verteidigerin stehen und schloss überlegt flach aus 10 Metern ins rechte untere Eck zum 2:0 ab (59.). Amber Hearn kam verdientermaßen auch noch zu ihrem Treffer. Zwar noch nicht, als Berger ihren Flachschuss aus Nahdistanz abwehren konnte. Aber aus der folgenden Ecke, getreten von Landeka, erzielte sie per Kopf das dritte Jenaer Tor zum 3:0-Endstand (70.). Weitere Chancen, durch Utes (74.) und Karolin Heinze (85.) auf der einen sowie Gröbner (76.) und Maren Wallenhorst (89.) auf der anderen Seite, blieben ungenutzt.

hp-kopfballtor-amber-hearnMit dem klaren Sieg und nunmehr einem Vorsprung von elf Punkten auf die Abstiegsplätze sollte der FF USV Jena den Verbleib in der ersten Bundesliga praktisch gesichert haben, auch wenn man nächste Woche noch nach Sindelfingen (derzeit 8 Punkte) fahren muss. Gütersloh will noch versuchen, Sindelfingen vom vorletzten Platz zu verdrängen. Gelegenheit dazu bietet sich schon am Mittwoch im direkten Vergleich beim VfL.

 

Trainerstimmen:

Markus Graskamp (Gütersloh): „Glückwunsch an Jena zum klaren und verdienten Sieg gegen uns. In der ersten Halbzeit waren wir gar nicht so schlecht im Spiel, hatten auch ein paar Aktionen nach vorn. Mit dem Pausen-0:0 konnten wir zufrieden sein. Dann bekamen wir das 0:1 durch die kleinste Spielerin nach dem Standard und das Spiel war praktisch entschieden. Wir wollen nun versuchen, zumindest noch den vorletzten Tabellenplatz zu erreichen. Mal sehen, was in Duisburg noch passiert.“

 

Daniel Kraus: „Gütersloh hat sich trotz der Negativserie nicht hängen lassen, Kompliment dafür. In der ersten Halbzeit waren wir nicht wach, das intensive Mittwoch-Spiel hat Kraft gekostet. Wir bringen wir uns selbst in Bedrängnis, haben zu viele Fehler gemacht. Die zweite Halbzeit war dann so, wie wir uns das vorgestellt haben: Druck nach vorn, klare Aktionen. Kompliment an meine Mannschaft dafür. Den Klassenerhalt haben wir zwar noch nicht ganz sicher, trotzdem können wir heute mal feiern.

 

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FF USV Jena: Schroffenegger – Seiler, Schiewe, Brosius, Percival (78. Beil), Nadine Kraus (60. Heinze), Hearn, Utes, Julia Arnold, Landeka, Schmutzler (82. Nyembo),

FSV Gütersloh: Berger – Bröckl (67. Schmücker), Claassen, Dünker, Wallenhorst, Gröbner, Granz, van Bonn, Lückel (75. Roelvink), Pollmann (79. Hermes), Keller,

 

Tore:

1:0 Utes (54.)

2:0 Schmutzler (59.)

3:0 Hearn (70.)

Gelbe Karten: Keine

Schiedsrichterin: Inka Müller-Schmäh (Potsdam) mit Katia Kobelt und Melanie Göbel

Zuschauer: 402