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Mai 07 2013

1. Bundesliga, 21. Spieltag: Knapper Frankfurter Sieg in Bad Neuenahr

SC 07 Bad Neuenahr  – 1. FFC Frankfurt 0:1 (0:0)

 

Text und Bilder von Mirko Kappes

Der SC 07 Bad Neuenahr hatte zuhause gegen den 1. FFC Frankfurt in 14 Heimspielen noch nie einen Punkt geholt, und dabei blieb es auch nach diesem 15. Heimspiel des SC 07 gegen den FFC am vorletzten Spieltag der Saison 2012/2013. Doch diesmal waren die Spielerinnen von der Ahr ziemlich nah dran am Punktgewinn gegen den DFB-Rekordmeister.

In dieser Szene scheitern Kerstin Garefrekes und Kozue Ando an der vielbeinigen Bad Neuenahrer Abwehr. Einmal jedoch setzte sich Garefrekes entscheidend durch und erzielte das Tor des Tages

In dieser Szene scheitern Kerstin Garefrekes und Kozue Ando an der vielbeinigen Bad Neuenahrer Abwehr. Einmal jedoch setzte sich Garefrekes entscheidend durch und erzielte das Tor des Tages

mak-antonia-hornbergBei herrlichem Wetter waren die Voraussetzungen für beide Teams gänzlich unterschiedlich. Die Frauen aus der Kurstadt wollten sich mit einer engagierten Leistung in ihrem letzten Heimspiel bei den Fans verabschieden, während der 1.FFC Frankfurt um die Champions League Qualifikation im Fernduell mit Turbine Potsdam kämpft.
Vor Spielbeginn verabschiedete der SC 07 Bad Neuenahr aber erst einmal drei Spielerinnen: Sofia Nati (Ziel unbekannt), Marie Pyko  (die zum norwegischen Erstligisten Avaldsnes IF wechseln wird) und Leonie Maier (zum FC Bayern).
Die Saison-Rekordkulisse von 1074 Zuschauern verfolgte den letzten Heimauftritt der Bad Neuenahrerinnen gegen den mit Nationalspielerinnen verschiedenster Nationen gespickten Tabellenzweiten. Doch das Spiel begann nicht gut für die Heimelf. Bereits nach neun Minuten musste Bad Neuenahrs Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi mit einer Zerrung im Oberschenkel das Spielfeld verlassen, für sie kam die Neuseeländerin Sarah Gregorius.  Wenig später verletzte sich auch noch Marie Pyko in einem Zweikampf an der Schulter und musste bereits in der 15. Spielminute für die zweite Neuseeländerin Emma Kete ausgewechselt werden.
Spätestens jetzt war das Konzept von Trainer Colin Bell komplett umgeworfen. So konzentrierten sich die Kurstädterinnen darauf, ein Abwehrbollwerk aufzuziehen und erschwerten Frankfurt das Spiel. Sowohl Antonia Hornberg als auch Rachel Rinast brachten die Frankfurter Flügelspielerinnen schier zur Verzweiflung. Lediglich Kerstin Garefrekes konnte mit einem Schuss aus 16 Metern für Gefahr sorgen, nachdem sie Rebecca Knaak enteilen konnte, jedoch ging dieser Schuss knapp vorbei. Standards, vor allem Eckbälle von der linken Seite durch Dzsenifer Marozsan sorgten für Gefahr und leichte Verwirrung – hier konnte Mitte der ersten Hälfte Sarah Gregorius mit Hilfe von Almuth Schult kurz vor  der Linie vor Svenja Huth klären. Der Abwehrverbund vor der heute gutaufgelegten Almuth Schult stand meist sicher.

mak-jessica-wichZu Beginn der zweiten Halbzeit  konnte sich das Publikum aber dann an einer wie ausgewechselt spielenden Neuenahrer-Mannschaft erfreuen.  In der 51. Minute wäre es fast passiert – nach einem Abwehrschnitzer von Nadine Angerer konnte Saskia Bartusiak einen Kopfball von Emma Kete nur noch gerade so auf der Linie abwehren. In Folge hatte Frankfurt immer mehr Probleme mit den kleinen schnellen und technisch starken Offensivspielerinnen der Kurstädter. Emma Kete wirbelte im Zentrum, während Leonie Maier ihr Team immer wieder über die rechte Seite antrieb. Sie sorgte im Verlauf für weitere Probleme in der Frankfurter Hintermannschaft. So verpasste Emma Kete nur ganz knapp eine Flanke von Aylin Yaren. Frankfurt  brauchte etwa zwanzig Minuten, um wieder ins Spiel zu finden. Dann jedoch spielte Lise Munk (kam in der 46. Minute für eine sichtlich entnervte Ana Maria Crnogocevic) den Ball geschickt zu Kerstin Garefrekes, die sich mit starker Aktion gegen Rachel Rinast durchsetzen und zum 1:0 aus kurzer Entfernung einschießen konnte.  Wieder einmal war es Kerstin Garefrekes, die mit ihrer individuellen Klasse und Erfahrung dem 1. FFC Frankfurt als „Lebensversicherung“ diente. Frankfurts Trainer Glass brachte mit Jessica Wich noch eine weitere Stürmerin, um das knappe 1:0 auszubauen.  Jessica Wich sorgte zwar noch für weiteren Wirbel, aber Frankfurt konnte kein weiteres Tor mehr erzielen. In der Schlussminute orderte Colin Bell dann sogar Torhüterin Almuth Schult nach vorne, um sich wenigstens mit einem Unentschieden von der heimischen Kulisse zu verabschieden – Schults Kopfball wurde aber von der Frankfurter Verteidigung abgeblockt .

mak-sc07-sagt-dankeIm Anschluss an das Spiel bedankten sich die Neuenahrer-Spielerinnen mit einem selbstgemachten Plakat bei den Fans für die Unterstützung in der Saison. Anschließend mischten sich die Spielerinnen unter die Fans, um noch ein wenig über die Saison zu sprechen.

Mit diesem Sieg hält sich der 1. FFC Frankfurt alle Chancen offen, die Champions-League-Qualifikation aus eigener Kraft im letzten Spiel gegen den FC Bayern München zu schaffen. Der SC 07 Bad Neuenahr muss nächste Woche zum werdenden Meister nach Wolfsburg reisen und könnte, eine Niederlage dort voraus gesetzt, noch von der SGS Essen vom sechsten Tabellenplatz verdrängt werden. Allerdings muss Essen beim Tabellenfünften SC Freiburg antreten, was auch keine leichte Aufgabe werden wird.

 

 

SC 07 Bad Neuenahr:
Schult – Maier, Störzel, Hornberg, Bade (83. Selensky), Okoyino da Mbabi (9. Gregorius), Pyko (15. Kete), Knaak, Kuznik, Rinast, Yaren

1.  FFC Frankfurt:
Angerer – Huth, Bartusiak, Kumagai, Peter – Garefrekes, Behringer, Kulig (70. Wich), Crnogocevic (46. Munk) – Marozsan, Ando (90. Butt)

Tor:
0:1 Garefrekes (72.)

Gelbe Karten: Hornberg / -

Schiedsrichterin: Imke Lohmeyer (Holtland), mit Lena Dittmann und Anna- Kristin Mielke

Zuschauer: 1074