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Mai 30 2013

Neue Teams im Oberhaus

Bericht von Marion Kehren

Die einen gehen, die anderen kommen … so sieht üblicher Weise der Ligaalltag aus. In diesem Jahr ist die Freude beim BV Cloppenburg und bei der TSG 1899 Hoffenheim besonders groß. Für beide Teams ist dieser Aufstieg etwas ganz besonderes, nämlich das erste Mal!

Aufstiegsfeier BV CloppenburgDie Geschichte des Frauenfußballs beim BVC ist noch recht jung, denn vor sechs Jahren übernahm der Verein die damalige Frauenfußballabteilung des SV Höltinghausen und schaffte mit dem Frauenteam in der Saison 2009/2010 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die damalige Manschaft von Trainer Ludwig Ferneding gab sich damals auch zum Saisonausklang keine Blöße und besiegte den ärgsten Konkurenten aus Mellendorf mit 3:0. Das Wunder war vollbracht!

Doch die zweite Liga ist keine Regionalliga, dass mußte auch relativ schnell der BVC erkennen. Noch während der Hinrunde übernahm Trainerin Tanja Schulte das Ruder und schaffte mit dem Team den Verbleib in der 2. Bundesliga. Nach einer punktuellen Verstärkung in der darauffolgenden Saison schnupperte die Mannschaft bereits kurz am Aufstieg, jedoch versagten im entscheidenden Moment die Nerven und man schloß die Saison 2011/2012 als Tabellendritter ab. Aber dieses Jahr stimmte am Ende einfach alles und man sicherte sich mit 7 Punkten Vorsprung vorzeitig die Meisterschaft in der Nordgruppe.

Tanja SchulteDoch Trainerfuchs Schulte weiß, dass es im Oberhaus noch etwas rauer zu gehen wird und sie den Kader verstärken muß. Die 38-Jährige stieg bereits mit Herford und Wattenscheid 09 in die höchste Liga auf. “Wir müssen unseren Kader weiter verstärken. Wir haben schon jetzt eine gute Basis mit erfahrenen Spielerinnen und einigen hoffnungsvollen Talenten. Aber wir müssen uns breiter aufstellen, sonst haben wir keine Chance,” so die Trainerin in einem DFB-Interview. “Mich braucht niemand zu warnen. Wie gesagt: Ich habe es zweimal bereits selbst erlebt, wie schwer das Jahr nach dem Aufstieg ist,” so Schulte weiter.

Den Kader zu verstärken dürfte dem finanzstarken Verein recht einfach fallen, denn mit Hauptsponsor Feinkost Sprehe hat man einen sehr guten Finanzier an der Seite. Aber, dass nicht nur das Finanzielle wichtig ist, sieht man spätestens am FSV Gütersloh. So muß der BVC mit der Trainerin nun eine Mannschaft formen, die das erste Jahr in der Bundesliga übersteht und damit langfristig die Chance hat sich zu etablieren.

In der Saison 2009/2010 strebte auch ein gewisser Verein namens TSG 1899 Hoffenheim den direkten Durchmarsch von der Oberliga Baden-Württemberg in die 2. Bundesliga – mit Erfolg!  Ganze 15 Punkte betrug schließlich der Vorsprung auf den ersten Verfolger. Der treffsicherste Sturm und die beste Abwehr verhalfen der TSG zudem zu einer hervorragenden Tordifferenz von plus 40 aus nur 18 Spielen!

TSG 1899 HoffenheimDie ehrgeizigen Ziele des Vereins wurden nicht auf Eis gelegt, sondern weiter gefördert. Die darauffogenden Saison schloß man in der Südliga als Tabellendritter ab, ein Jahr später als Tabellenzweiter, hinter dem VfL Sindelfingen. Die Zeit war reif für den nächsten Angriff und so verstärkte man sich vor der Saison 2012/2013 mit einer großen Anzahl von erfahrenen Erstligaspielerinnen (u.a. Martina Moser, Anke Preuß, Birgit Prinz), die das Team unterstützen sollten aber auch gleichzeitig ins Mannschaftsgefüge passen mußten. Das spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der TSG und dem 1. FC Köln fand erst am letzten Spieltag, vor mehr als 3.000 Zuschauern, seinen Sieger. Die TSG holt sich mit nur einem Punkt Vorsprung den Meistertitel und sicherte sich damit auch den Aufstieg.

Trainer Jürgen Ehrmann weiß, beim wem er sich für die tolle Unterstützung zu bedanken hat. “In der Oberliga haben wir angefangen, nun sind wir in der Bundesliga. Das ist überragend. Es entwickelt sich etwas, da bin ich ganz sicher. Am vergangenen Donnerstag waren wir beim ersten Relegationsspiel unserer Männer gegen Kaiserslautern. Das hat uns noch mal einen Extraschub gegeben. Der Frauenfußball ist bei uns voll akzeptiert. Jetzt liegt es an uns, diese positive Atmosphäre auszubauen,” so der Coach in einem DFB-Interview.

Aber auch Ehrmann weiß, dass die 1. Liga kein Spaziergang werden wird. “Die Bundesliga ist eine komplett andere Liga. Es wird vom ersten Spieltag ausschließlich gegen den Abstieg gehen. Da brauchen wir uns gar keinen Illusionen hinzugeben. Das Duell gegen den 1. FC Köln hatte bereits ein sehr hohes Niveau. Einige Spielerinnen hatten in der Schlussphase Krämpfe. Solche Begegnungen haben wir demnächst jede Woche. Wir müssen uns in allen Bereichen verstärken, dass ist klar.”