«

»

Jul 10 2012

Ein Leben zwischen Alltagbetrieb in Göteborg und Olympia in London

Interview mit der englischen Nationalspielerin Anita Asante


Interview von Rainer Fußgänger

Anita Asante ist 27 Jahre alt, englische Fußballspielerin mit ghanaischer Abstammung und spielt seit 2012 für den schwedischen Champions-League-Teilnehmer Kopparberg/Göteborgs FC. Sie ist auch Mitglied der englischen Nationalmannschaft und wird Großbritannien bei den Olympischen Spielen in London ab dem 25.07.2012 vertreten.

 

Anita Asante (links) und Rebecca Jonsson (rechts) im direkten Duell (Archivfoto: Martin Kochem)

Mehr als 50 Länderspiele hat Asante absolviert und neben den beiden Londoner Größen Arsenal und Chelsea hat sie auch in den USA als Profi für die Chicago Red Devils, Sky Blue FC und St. Louis Athletica gespielt. Sie ist also schon herumgekommen in der Welt, eine Globetrotterin in Sachen Fußball. Nach dem Spiel bei Tyresö FF vor einer Woche habe ich mich mit Anita unterhalten.

Du wirst Schweden schon bald verlassen?
Ja, am Freitag fliege ich. Ich werde die Mannschaft treffen am Sonntag. Zum ersten Mal haben wir eine Mannschaft für Großbritannien, da sind zwar viele Engländerinnen, aber immerhin auch zwei Schottinnen und zwei Waliserinnen im Aufgebot.

Gegen wen spielt ihr in eurer Gruppe und wie siehst du die Gegner?
In unserer Gruppe spielen wir gegen Neuseeland, Kamerun und Brasilien. Ich denke, das ist eine schwere Gruppe. Die Leute sagen, dass Brasilien wahrscheinlich unser stärkster Gegner sein wird. Gegen Neuseeland haben wir ein paar Mal gespielt und wissen, dass die richtig gut sind. Über Kamerun weiß ich nicht so viel. Unser Ziel wird sein, die Gruppe zu überstehen und das Viertelfinale zu erreichen.

Spielt ihr alle Begegnungen in London?
Nein, wir spielen unsere ersten beiden Spiele in Cardiff und dann geht es ab nach London zum letzten Spiel. Wir freuen uns sehr. Das ist ein Megaevent, es ist in London, es gibt nichts Besseres. Wir sind eine Fußballnation, alle sind ganz verrückt nach unseren beiden Teams.

Was hörst du so aus London, ist die Stimmung schon aufgeheizt?
Die haben so viel Werbung gemacht für Olympia. Der Fackellauf ist ein Erfolg, das olympische Dorf sieht toll aus. Leider wohnen wir da nur vor

Anita Asante

Anita Asante (Foto: Rainer Fußgänger)

unserem letzten Spiel gegen Brasilien. Soweit ich weiß, ist das ausverkauft im Wembley Stadion, eine Veranstaltung mit zwei Spielen, wir und danach die Männer.

Drei Monate in Schweden. Wie gefällt es dir?
Die Zeit in Schweden habe ich bislang wirklich genossen. Es ist eine neue Erfahrung, eine neue Art des Trainierens und Spielens. Es ist immer gut, so was zu deinem Repertoire hinzu zu fügen. Es erhöht mein Wissen und meine Kenntnis über das Spiel. Ich hoffe jetzt, dass ich eine tolle Olympiade habe und dann komme ich zurück und will meinem Team helfen.

Wenn ich es richtig sehe, hast dun in sehr vielen Orten gelebt und gespielt. Wie ordnest du da Göteborg ein?

In den USA habe ich mit Sky Blue die Meisterschaft gewonnen 2009. Dann hatte ich eine kurze Zeit in St. Louis, bis das Team aufgelöst wurde, da habe ich zum Beispiel auch mit Elaine zusammengespielt. Wir hatten da auch einen brasilianischen Trainer, das war auch eine neue Erfahrung (lacht), ein anderer Stil. Göteborg ist Klasse. Da kann ich überall mit dem Fahrrad hinfahren, das kannst du in London nicht machen. Eine kleine Stadt, man kommt gut zurecht. Die Leute sind sehr hilfsbereit. Mir gefällt es sehr gut da.

Anita, vielen Dank für das Gespräch und viel Glück in London!
Ich danke auch, bye.

 

 

Frauenfussball Schweden Blog