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Sep 24 2012

1. Bundesliga: “Der Sieg kam wie die Jungfrau zum Kinde” …

FC Bayern München gg. FF USV Jena 4:0 (1:0)

 

Text und Bilder von Sascha Pfeiler

… so drückte es Bayerntrainer Thomas Wörle treffend nach dem Spiel aus. Als einen “Tiefschlag” betitelte USV-Trainer Daniel Kraus die zweite Niederlage im zweiten Spiel der Saison für seine Mannschaft. 4 Standardtore entschieden ein durchschnittliches Bundesligaspiel zu Gunsten des FC Bayern München und somit kann der USV Jena auch im 9. Aufeinandertreffen innerhalb der Liga nicht gegen die Elf von der Isar gewinnen. 

“Es war eines unserer schlechteren Spiele”. Die meisten Fans des FC Bayern München sahen den deutlichen Sieg ihrer Mannschaft wohl nicht so kritisch wie Thomas Wörle, aber wer das Spiel genau beobachtet hatte, konnte die Analyse des Trainers durchaus nachvollziehen. Wörle weiter: “das frühe 1:0 hätte uns eigentlich Sicherheit geben müssen, aber wir haben über das gesamte Spiel nie unsere Linie gefunden”.

Bereits in der 4. Minute gingen die Bayern durch Isabell Bachor per Kopf nach einem Eckball von Sarah Romert in Führung. Ein optimaler Start in das erste Saisonspiel, vor dem man nicht genau wusste, wo man steht. Die Thüringerinnen aus Jena ließen sich vom frühen Rückstand keineswegs entmutigen, die Zweikämpfe aggressiv zu bestreiten, um jeden Ball zu kämpfen und ein geordnetes Spiel in die Offensive aufzubauen. Der Tabellenzehnte der Vorsaison arbeitete sich regelrecht in das Spiel, störte den Pokalsieger früh im Spielaufbau. In der 29. Minute hätte ein weiterer Standard Zählbares bringen können. Sarah Hagen hämmerte den Ball per Freistoß aus 20 Metern platziert auf das USV-Tor, aber Klara Muhle war zur Stelle. In der Folge waren nur noch die Thüringerinnen am Zuge. Nacheinander versuchten es Julia Arnold, Kathleen Radtke und Geburtstagskind Safi Nyembo per Fernschuss. Alle drei konnte Kathrin Längert im Tor des FC Bayern sicher parieren. Zum Ende der  ersten Hälfte waren die Jenaerinnen dem Ausgleich also näher, doch es blieb beim knappen Rückstand zum Pausenpfiff durch Schiedsrichterin Isabelle Herrmann.

Thomas Wörle äußerte seine Unzufriedenheit mit dem Spiel seiner Mannschaft, indem er bereits zum Wiederanpfiff per Doppelwechsel Sylvie Banecki und Lena Lotzen für die Torschützin Isabell Bachor und die schweizer Nationalspielerin Vanessa Bürki brachte. Und Banecki war sofort Hauptdarstellerin, als sie eine Minute nach ihrer Einwechslung im USV-Strafraum durch Kapitänin Laura Brosius gefoult wurde und folgerichtig einen Strafstoß zugesprochen kam. Sarah “Apple” Hagen verwandelte zum 2:0 … wieder ein früher Treffer und wohl der von Daniel Kraus betitelte “Tiefschlag” für sein Team. In der 51. Minute war Sarah Romert per Freistoß erneut die Vorbereiterin zum 3:0. U20-Vizeweltmeiserin Lena Lotzen köpfte aus kurzer Distanz an Jenas Torfrau Klara Muhle vorbei. Zehn Minuten später erhöhte Bayerns Neuzugang Gina Lewandowski mit ihrem ersten Pflichtspieltor für ihre neue Mannschaft wieder nach einer Ecke. Und wer trat die Ecke? Natürlich Sarah Romert – ihr dritter Assist in diesem Spiel! 4:0 in einem Spiel, welches eigentlich nur ein Tor verdiente. Denn ein lockeres Schaulaufen für den Pokalsieger der vergangenen Saison war dieses Spiel gegen aufopferungsvoll kämpfende Jenaerinnen ganz und gar nicht. Wenn der USV Jena diese Leistung über die Saison festigen kann, werden sich die folgerichtig auch Erfolge einstellen. Die Handschrift von Daniel Kraus ist gut erkennbar, wohl auch ein Zeichen dafür, dass seit langem mal wieder ein Trainer beim USV in Ruhe arbeiten kann.

 

FC Bayern München:

Längert, Lewandowski, Huyleur, Wenninger, Cross, Romert (69. Puntigam), Schnaderbeck, Feiersinger, Hagen, Bürki (46. Sylvie Banecki), Bachor (46. Lotzen)

FF USV Jena:

Muhle, Percival, Radtke, Brosius, Schiewe, Utes, Julia Arnold, Landeka (86. Lagaris), Nyembo (61. Seiler), Hearn, Schmutzler (69. Heinze)

 

Tore:

1:0 Bachor (4.)

2:0 Hagen (46. Foulelfmeter)

3:0 Lotzen (51.)

4:0 Lewandowski (61.)

 

Gelbe Karten: Wenninger / Julia Arnold, Utes

Schiedrichterin: Isabelle Herrmann (Mönchengladbach) mit Martina Storch-Schäfer und Nadine Matthes

Zuschauer: 335

Weitere Fotos vom Spiel bei girlsplay.de