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Sep 24 2012

1. Bundesliga, 3. Spieltag: Deutscher Meister zwei Nummern zu groß

FCR 2001 Duisburg – 1. FFC Turbine Potsdam 0:4 (0:2)

 

Text und Fotos von Marion Kehren

Okay, dass die erste Partie der neuen Saison kein Spaziergang werden würde, dürfte allen FCR Beteiligten durchaus klar gewesen sein. Nach vielen Abgängen, der abgewendeten Insolvenz und dem daraus resultierenden Umbruch startete der FCR Duisburg gestern in eine neue, unbekannte Saison. Aber dass Duisburg in fast allen Belangen den Potsdamerinnen so unterlegen war, erschreckte dann doch ein wenig. Die dezimierte Schroeder-Elf (neun Verletzte) war körperlich, kämpferisch und konditionell in allen Bereichen deutlich überlegen und siegte klar mit 0:4.

 

Jubel Potsdam

Große Freude bei den vielen mitgereisten Potsdamer Fans, die ihre Mannschaft ausgiebig feierten.

 

Patricia Hanebeck, Lieke MartensDabei hatten die Hausherrinnen die erste große Tormöglichkeit bereits nach wenigen Minuten auf ihrer Seite, als die starke Lieke Martens nur den rechten Pfosten traf. Zwei Minuten später bediente Ando vorbildlich Jennifer Oster, die den Ball aber nicht richtig erwischte. Das war es dann auch schon fast mit den Chancen in der ersten Halbzeit. Fortan zelebrierte Potsdam sein Spiel. Immer einen Schritt schneller und extremst zweikampfstark präsentierten sich die Brandenburgerinnen, die nach einem wunderschönen Freistoßtreffer (sollte eigentlich eine Flanke werden) von Patricia Hanebeck verdient in Führung gingen. Zwei Minuten später sorgte Yuki Ogimi mit einem sehenswerten Kopfball für die 0:2 Führung. Das Powerplay der Turbinen drängte die Duisburgerinnen weit in die eigene Hälfte zurück, und Duisburgs Abwehr kam mächtig ins Schwitzen. Dank der schlechten Chancenverwertung der Brandenburgerinnen blieb es beim schmeichelhaften 2-Tore-Vorsprung.

Laura Neboli, Dolores Jacome Silva, Genoveva AnonmaMit der zweiten Luft kamen die Löwinnen aus der Kabine und drängten auf den Anschlusstreffer, aber es fehlte die absolut letzte Entschlossenheit. Auf der anderen Seite sorgten die nimmermüde Genoveva Anonma und Ex-Löwin Patricia Hanebeck für mächtig viel Wirbel. Es war nun deutlich zu merken, dass die junge Duisburger Truppe die zahlreichen Abgänge nicht so ohne weiteres würde kompensieren können, zu überlegen präsentierte sich Potsdam. Zwar kam mit der Einwechslung von Barbara Müller noch einmal mehr Schwung ins Duisburger Spiel, aber auch sie konnte die Partie nicht mehr herum reißen. Nach 63. Minuten köpfte die eingewechselte Natasa Andonova zum 3:0 ein und sieben Minuten später war es Antonia Göransson vorbehalten, das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben. Den Sieg in der Hand leistete sich Potsdam gar einen verschossenen Foulelfmeter durch Neuzugang Sara Doorsoun-Khajeh. U20-Torhüterin Meike Kämper ahnte die Ecke und verhinderte so eine höhere Niederlage ihres Teams.

Bitter für Turbine allerdings der verletzungsbedingte Ausfall von Stürmerin Lisa Evans, die nach einem Foulspiel mit Verdacht auf einen Bruch im linken Arm ausgewechselt werden musste. Der Sieg von Turbine hätte durchaus noch höher ausfallen können, denn die Unparteiische Christine Baitinger übersah erst ein Foul an Ogimi im Strafraum und später auch ein Handspiel von Dolores Jacome Silva kurz vor dem Sechzehner.

Marco KetelaerStimmen zum Spiel

Trainer Bernd Schroeder: „Es war uns klar, dass Duisburg nicht mehr die Qualität der letzten Saison hat. Aber wir haben auch gesehen, dass Potential vorhanden ist. Dass es am Ende dann so klar zu unseren Gunsten endet, konnte man nicht voraussagen. Wir haben teilweise gute Aktionen gehabt, man hat gesehen, dass die Mannschaft gut in der Bewegung nach vorn ist.“

Trainer Marco Ketelaer: „Gegen solch eine starke Mannschaft ist es schwierig nach einem Rückstand noch einmal das Spiel zu drehen. Wir haben heute gegen einen starken Gegner nicht die richtigen Mittel gefunden. Bis zum nächsten Spiel am Mittwoch müssen wir mehr Stabilität ins Spiel bekommen, damit nicht jeder kleine Fehler sofort bestraft wird.“

 

Meike KämperKozue Ando, Stefanie Mirlach, Stefanie DrawsAlexandra Singer, Mandy IslackerMarina Himmighofen, Stefanie Weichelt

 

FCR 2001 Duisburg:

Kämper – Reed, Himmighofen, Neboli, Silva (71. Kalkan), Cengiz (71. Müller), Oster, Ando, Islacker – Martens, Groenen (58. Banecki)

1. FFC Turbine Potsdam:

Naeher – Singer, Draws, Kemme, Göransson, Doorsoun-Khajeh, Hanebeck (69. Mirlach), Cramer – Anonma, Ogimi, Evans (54. Andonova)

Tore:

0:1 Hanebeck (16.)

0:2 Ogimi (18.)

0:3 Andonova (64.)

0:4 Göransson (84.)

Gelbe Karten:

Silva / Andonova

Schiedsrichterin:

Christine Baitinger (Magstadt) mit Christina Biehl und Karoline Wacker

Zuschauer:

offiziell 1.247, aber geschätzt unter 1.000

Weitere Fotos vom Spiel bei girlsplay.de und bei kapixblog.net