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Sep 27 2012

UWCL-Sechzentelfinale, Hinspiel: Packende Partie in Lüttich

Standard Feminina de Liège – 1. FFC Turbine Potsdam 1:3 (1:3)

 

Text und Fotos von Marion Kehren 

Einen heißen Tanz lieferten sich im Sechszehntelfinale der diesjährigen UWCL die Kontrahenten aus Lüttich und Potsdam. Die 3.950 Zuschauer (!) im Stade Maurice Dufrasne sahen über weite Strecken ein rasantes Spiel auf Augenhöhe, welches Turbine Potsdam, unter Mithilfe von Fortuna, mit 3:1 gewann. Damit dürfte bereits der Grundstein für die nächste Runde gelegt sein.

 

Tabea Kemme, Maud Coutereels

Vor der Partie der obligatorische Wimpeltausch zwischen den Kapitäninnen Tabea Kemme und Maud Coutereels.

 

Ultras im Lütticher StadionEs war die erste Begegnung für die Potsdamerinnen gegen den belgischen Meister aus Lüttich und auch aktuell befinden sich beide Teams an der Tabellenspitze der jeweiligen Ligen. Potsdam, mit dem letzten Aufgebot angereist (9 Verletzte), wartete mit einer Überraschung auf. Nach 16 Monaten und 4 Tagen kehrte Anna Felicitas Sarholz wieder zwischen die Pfosten des Erstligateams zurück. Für die verletzte Lisa Evans rückte die junge Natasa Andonova in die Startelf, ein Goldgriff wie sich später zeigen sollte.

Bernd Schröder zeigte sich vor der Partie ein wenig skeptisch. Aufgrund der Tatsache, dass in Lüttich fast die halbe belgische Nationalmannschaft unter Vertrag steht, war klar, dass diese Begegnung recht intensiv geführt werden würde. Und er sollte Recht behalten! Unter den Augen der Erstligamannschaft (Männer) von Standard de Liège und den frenetischen Anfeuerungen der Ultras, die mit ihren Bengalos für Aufsehen sorgten, legten die Hausherrinnen los wie die Feuerwehr. Nach einer Ecke von Davina Philtjens köpfte die bärenstarke Mittelfeldregisseurin Maud Coutereels bereits nach 6. Minuten, unter großem Jubel, zur Führung ein. Damit bewies sie auch wieder einmal, warum sie so unabkömmlich für die Nationalmannschaft ist.

Natasa Andonova, Audrey DemoustierDie Turbinen zeigten sich zunächst etwas überrascht und hatten in der Anfangsphase ihre liebe Mühe sich auf das schnelle Spiel der Belgierinnen einzustellen. Die gefährlichen Konter sorgten ein ums andere Mal für bedrohliche Situationen vor dem Potsdamer Gehäuse. So auch in der 12. Minute, als eine hervorragende Flanke von Vanity Lewerissa die gut positionierte Audrey Demoustir fand. Doch ihren Volleyschuss parierte Sarholz ohne Probleme. In der Folgezeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Göransson und Andonova scheiterten gleich mehrfach an der gut aufgestellten Defensive des Gegners, die in der 14. Minute durchbrochen wurde. Nach einer Ecke von Jennifer Cramer vollendete Natasa Andonova zum verdienten Ausgleich.

Potsdam tat sich weiterhin schwer, während die kämpferischen Lütticherinnen weiter ihre Chancen suchten. Vor allem die pfeilschnelle Aline Zeller war kaum unter Kontrolle zu bringen. Nach einer knappen halben Stunde führte ein eingeleiteter Angriff von Patricia Hanebeck zum zweiten Turbinen Erfolg, als wieder Andonova ins gegnerische Netz traf. Der Jubel der mitgereisten Fans war noch nicht ganz verklungen, da rappelte es erneut im Gehäuse von Chloé Bellavia. Ein ausgeführter Freistoß von Hanebeck wurde unglücklich von Lüttichs Abwehrspielerin Imke Courtois ins eigene Tor abgefälscht.

Imke Courtois Mit zweiter Luft kehrte Lüttich nach dem Seitenwechsel zurück auf das Spielfeld und war dabei über weite Strecken dem Anschlusstreffer näher als Potsdam dem vierten Treffer. Die größte Chance dabei hatte Lewerissa vorzuweisen, die knapp am Potsdamer Gehäuse vorbei schoss. Aber auch Ogimi und Göransson versuchten die sich ihnen ergebenden Möglichkeiten zu nutzen. Im Laufe der Partie verlagerte sich das Spielgeschehen immer mehr ins Mittelfeld. Es schien als müssten beide Teams dem hohen Tempo der ersten Halbzeit Tribut zollen. Nur noch selten tauchten beide Parteien gefährlich vor den gegnerischen Strafräumen auf, stattdessen waren vermehrt Fouls an der Tagesordnung. Nach dem Schlusspfiff ließen sich beide Teams ausgiebig von den jeweiligen Fanlagern feiern. Zwar hat Standard noch eine theoretische Chance aufs Weiterkommen, aber Potsdam wird dies im Rückspiel zu verhindern wissen.

Ein besonders Lob an die Organisatoren von Standard Lüttich, die es geschafft haben fast 4000 Zuschauer ins Stadion zu locken, denn besonders in Belgien nimmt der Frauenfußball einen sehr niedrigen Stellenwert ein. Diese Partie war tolle Werbung für den Frauenfußball, bitte mehr davon!!!

 

Team Standard Feminina de LiègeTeam 1. FFC Turbine PotsdamBelgisch-Potsdamer FreundschaftMaud Coutereels, Cécile De Gernier, Yuki OgimiStandard de LiègeAnna Felicitas SarholzVanity Lewerissa, Jennifer CramerLa Ola Potsdam

 

Standard Feminina de Liège:

Bellavia – Mignon (46. Stevens), Courtois, Biesmans (87. Hannecart), Zeler (83. Schoenmakers), Demoustier, Lewerissa, Gregoire, De Gernier, Courtereels, Philtjens

1.FFC Turbine Potsdam:

Sarholz – Singer, Draws, Kemme, Göransson, Doorsoun-Khajeh, Hanebeck, Cramer, Anonma, Ogimi, Andonova

Tore:

1:0 Coutereels (6.)

1:1 Andonova (14.)

1:2 Andonova (37.)

1:3 Courtois (38.) ET

Gelbe Karten:

Mignon / -

Schiedsrichterin:

Anastasia Pustovoitova (RUS) mit Albina Kretskaya (RUS) und Olga Kuznetsova (RUS)

Zuschauer:

ca. 4.500

 

Weitere Fotos unter www.girlsplay.de und www.vrouwenteam.be