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Okt 02 2012

1. Bundesliga, 4. Spieltag: Favoritensieg im Schongang

FF USV Jena – VfL Wolfsburg 0:3 (0:1)

Text von Steffen Langbein, Bilder von Holger Peterlein

Nach dem erfolgreichen Champions-League-Auftakt des VfL Wolfsburg (5:1 im polnischen Raciborz) galt es für die Wölfinnen im zweiten Saisonspiel der Meisterschaft weiter auf Kurs nach oben zu punkten. Jena, bereits im vierten Ligaspiel, wollte nach dem torlosen Punktgewinn in Bad Neuenahr den Favoriten ärgern, was letztendlich diesmal nicht gelang.

Einlauf der Mannschaften mit Einlauf-Kids

Als Einstimmung stellte Sängerin Conny Kanik persönlich den neuen Vereinssong „Rette sich wer kann – hier kommt der FF USV Jena“ vor. Ebenfalls noch vor Spielbeginn ehrten Verantwortliche des gastgebenden FF USV Jena und Thüringens Wirtschaftsminister Machnig die U20-Vizeweltmeisterinnen beider Vereine (Karoline Heinze/Jena, Annabel Jäger, Lina Magull, Carolin Simon, Luisa Wensing / VfL). Auf dem Feld sah man zunächst nur Wensing wieder.

Das Spiel hatte kaum richtig begonnen, da passierte, was die Gastgeberinnen unbedingt vermeiden wollten. Stephanie Bunte kam von links unbedrängt zum Flanken und Conny Pohlers vollendete per Kopf zur Wolfsburger 1:0-Führung. Dies spielte den Kellermann-Schützlingen in die Karten. Jena wirkte von Beginn an unsicher, was durch den Rückstand nicht besser wurde. Gefahr vor dem VfL-Tor gab es fast nur durch Standards. So in Minute Sieben, als Iva Landeka von links einen 30-Meter-Freistoß Keeperin Alisa Vetterlein quasi zur Erwärmung in die Arme schoss. Die Wolfsburgerinnen kamen vor allem über die schnellen Flügel gefährlich nach vorn. Erst ging über rechts Anna Blässe ab, ihr Querpass erreichte jedoch keine ihrer drei Mitspielerinnen im USV-Strafraum (9.). Wenig später versuchte es Zsanett Jakabfi über links, ihren Pass auf Martina Müller spitzelte Kathleen Radtke der Nationalstürmerin noch vom Fuß (15.). Wolfsburg schien sich auch etwas von den Reisestrapazen (nach dem CL-Spiel Übernachtungen Ostrava/Tschechien und Weimar/Thür.) zu erholen, bestimmte eindeutig das Spiel, ohne jedoch weitere dicke Torchancen zu erspielen. Jena kam nur durch zaghafte Versuch aus der Ferne in Tornähe (Julia Arnold/28., Susann Utes/ 33.). Amber Hearn und Neuzugang Safi Nyembo im Jenaer Sturm blieben zu harmlos, konnten kaum für Gefahr sorgen. Die größte Chance gab es, als Vetterlein einen Radtke-Freistoß im Torraum fallen ließ, Josephine Henning konnte die brenzlige Situation aber klären. Ria Percival vereitelte vor der Pause noch einen VfL-Überzahlkonter (45.), so blieb es zum Pausentee beim knappen 0:1.

Dies hielt aber in Halbzeit Zwei nicht mehr lange, Jakabfi spazierte wieder mal von der Mittellinie Richtung Strafraum, und da keine Jenaer Abwehrspielerin in der Nähe war, zog sie einfach aus 20 Meter ab – und traf zum 2:0 ins linke untere Eck (48.). Damit war das Spiel gegessen. Jena nach wie vor harmlos, Wolfsburg im Schongang. Gute VfL-Chancen durch Müller (54.) und Pohlers wurden von Jenas Keeperin Klara Muhle und der Defensivabteilung vereitelt. Auf der Gegenseite fand die Flanke von Sabrina Schmutzler keine Mitspielerin (57.). Für den Endstand sorgte wieder Conny Pohlers, die den Ball von der rechten Strafraumgrenze ins lange Eck schlenzte (70.). Weitere Chancen durch die Nationalspielerinnen Lena Gössling (76.) und die eingewechselte Alexandra Popp (82., 90.) brachten nichts Zählbares mehr. Auf Seiten der Thüringer konnte auch die ins Spiel gekommene U20-Vizeweltmeisterin Karoline Heinze keine entscheidenden Impulse mehr geben.

Jena rutschte durch Punktgewinne der Keller-Konkurrenten auf den letzten Tabellenplatz ab, steht am Mittwoch gegen SGS Essen im nächsten Heimspiel schon etwas unter Zugzwang. Wolfsburg erwartet am Donnerstag erst einmal das Rückspiel der CL gegen Raciborz, was nach dem Kantersieg im Hinspiel nur Formsache sein dürfte.

 

Trainerstimmen:

Ralf Kellermann (Wolfsburg): „Ich bin sehr erleichtert, dass wir nach dieser aufregenden Woche souverän 3:0 gewonnen haben. Das frühe 1:0 hat uns in die Karten gespielt, dann haben wir es versäumt, bei 2-3 dicken Chancen nachzulegen. Jena war bei Standards brandgefährlich. Wir können deutlich besser spielen.“

Daniel Kraus (Jena): „Wir wussten, dass Wolfsburg durch hohe Bälle gefährlich ist. Für mich waren es drei Gegentore durch leicht zu vermeidende Fehler. Im Offensivspiel sind wir zu hektisch, uns fehlt oft der letzte Pass. Das führt dazu, dass wir nur bei Standards gefährlich sind. Unter dem Strich steht jetzt erst ein Punkt nach sicherlich vier schweren Spielen.“

 

Jena: Muhle; Percival, Schiewe, Radtke, Brosius, Arnold, Utes (73. Kraus), Hearn, Landeka, Schmutzler (78. Heinze), Nyembo (59. Seiler)

Wolfsburg: A. Vetterlein; Wensing, Henning, Goeßling, Bunte (74. Faißt), Blässe, Keßler (60. Hartmann), Odebrecht, Jakabfi, Müller (60. Popp), Pohlers

Tore: 0:1, 0:3 Pohlers (4./70.), 0:2 Jakabfi (48.),

Zuschauer: 502

Schiedsrichterin: Inka Müller-Schmäh (Potsdam) mit Katia Kobelt und Katharina Kruse

 

Weitere Fotos vom Spiel bei girlsplay.de