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Okt 05 2012

1. Bundesliga, 5. Spieltag: Duisburg wieder auf Kurs

FCR 2001 Duisburg – VfL Sindelfingen 4:0 (1:0)


Text und Bilder von Martin Meier

3 Tage nach der schmerzhaften Auswärtsniederlage beim Liganeuling FSV Gütersloh scheint der FCR 2001 Duisburg wieder auf Kurs zu sein und setzte sich im heimischen PCC Stadion nach einer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei mit 4:0 (1:0) deutlich gegen den VfL Sindelfingen durch. Hierbei bewies Mandy Islacker gleich dreimal ihren Torriecher und auch bei Neuzugang Lieke Martens scheint nach ihrem ersten Bundesligator der Knoten nun endgültig geplatzt zu sein.

 

Ende gut, alles gut – Jennifer Oster, die Torschützinnen Lieke Martens, Mandy Islacker, sowie Kozue Ando feiern den 4:0 Sieg über den VfL Sindelfingen

 

Gewissermaßen auf dem Boden der Tatsachen fanden sich die Löwinnen nach der bitteren 3:2 (2:1) Auswärtsniederlage vom Wochenende wieder, die erneut die Fußballweißheit zu Tage brachte, dass Erfolge wie der Derbysieg gegen die SGS Essen aus der Vorwoche sehr schnell Schnee von gestern sein können und man sich den Erfolg in jedem Spiel neu erarbeiten muss. Deswegen fand Chefcoach Marco Ketelaer vor der Partie gegen den VfL Sindelfingen auch einige mahnende Worte und die schienen zu Spielbeginn ganz offensichtlich auch Gehör gefunden zu haben. Der FCR, bei dem US-Amerikanerin Ashlyn Harris nach ihrer Schulterverletzung zum ersten Mal zwischen den Pfosten stand, begann aktiv, arbeitete fleißig im Spielaufbau und erspielte sich mehrere Chancen, so dass die 1:0 Führung durch Mandy Islacker in der 16. Minute nur die logische Schlussfolgerung bildete.
Danach war dann unerklärlicherweise ein Bruch im Spiel und es schien, als ob die Duisburgerinnen einen bis zwei Gänge zurückgeschaltet hätten. Wenn es bis zur Halbzeit Impulse gab, dann kamen diese zentral durch die sehr aktive Jackie Groenen und über die rechte Außenbahn, die von der fleißigen Jennifer Oster beackert wurde. Beim Gast aus Sindelfingen herrschte in puncto Torchancen Fehlanzeige, so dass Ashlyn Harris ein relativ ruhiges Debüt erlebte, bei dem sie nur sporadisch einzugreifen brauchte.

Coach Ketelaer schien das Verhalten seiner Elf nicht sonderlich zu behagen und forderte in der Pause mehr Engagement von seinen Schützlingen.
Der Auftrag wurde dann nach der Hereinnahme von Lieke Martens, die für Gurbet Kalkan in die Partie kam, auch alsbald umgesetzt. In der 57. Minute setzte sich Kozue Ando schön über die rechte Seite durch und erneut Mandy Islacker drückte das Spielgerät mit einem artistischen Halbspagat rutschend zum 2:0 über die Linie. Die Badenerinnen blieben in der Folge weiterhin zahnlos, die Löwinnen spielbestimmend, ohne aber das Ergebnis trotz einem halben Dutzend guter Möglichkeiten nach oben schrauben zu können. Dies nahm sich u.a. Lieke Martens zu Herzen, mühte sich redlich und wurde vier Minuten vor dem Ende mit ihrem ersten Bundesligatreffer im Trikot der Löwinnen belohnt, indem sie das Leder mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern zum 3:0 im Gehäuse der Gäste unterbringen konnte. Die Erleichterung, die sich bei Martens in Form eines Urschreis äusserte, war ganz offensichtlich zu erkennen. Den Schlussakkord setzte natürlich keine Andere als Goalgetterin Mandy Islacker, die sich mit dem 4:0 in der Nachspielzeit und in bisherigen 3 Spielen erzielten 4 Saisontoren nun an die Spitze der Bundesliga-Torschützenliste gesetzt hat.


Für die Ketelaer Truppe steht am kommenden Sonntag als nächste Aufgabe die unangenehme Pokalpartie beim von Thomas Obliers trainierten Team von Bayer 04 Leverkusen an, ehe man sich genau 3 Tage später an gleicher Stelle zur Nachholpartie des zerfledderten, zweiten Bundesligaspieltags erneut gegenübersteht. In diesen beiden Partien wird sich zeigen, ob die Löwinnen nach den warmen Worten ihres Trainers an Konstanz gewonnen und vorallem an ihrer bislang ausbaufähigen Chancenverwertung gearbeitet haben.

 

Stimmen zum Spiel:

Niko Koutroubis(Trainer VfL Sindelfingen): “Es war das erwartet schwere Spiel gegen Duisburg. Mein Kompliment, sie haben verdient gewonnen. Wir wollten so spielen, wie gegen Freiburg, d.h. mit viel Leidenschaft und Kampfgeist, was aber schwierig war, da Duisburg gut kombiniert hat. Duisburgs überragende Nummer 6, Jennifer Oster haben wir nie in den Griff bekommen und in unserem Spiel nach vorne, was meißtens über lange Bälle gelaufen ist, war keine Struktur zu erkennen.Ich kann meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, wir müssen uns in den nächsten Spielen steigern, um in den Spielen eine Chance zu haben.
Wir sind noch nicht in der ersten Liga angekommen, aber positiv ist, dass wir in der aktuellen Tabelle noch auf einem Abstiegsplatz stehen.

Marco Ketelaer (Trainer FCR 2001 Duisburg): “Was die Tabellensituation angeht, da ist es klar, dass man gegen eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel unbedingt einen Dreier einfahren muss. Ich habe im Vorfeld wiederholt gesagt, dass wir uns alles immer wieder klein erarbeiten müssen.Es fällt uns nichts in den Schoß, wir haben die Lehren aus dem Potsdam Spiel gezogen, haben gegen Essen eine gute Partie gemacht, dann in Gütersloh einige Dinge nicht so umgesetzt, wie wir es wollten und haben dort auch teilweise unsere Lehren daraus gezogen.
Es darf jetzt aber nicht so sein, dass wir aus einem Spiel lernen und dann wieder einen auf die Backe bekommen müssen, um von vorne anzufangen. Was wir brauchen, ist eine gewisse Stabilität und Kontinuität, dass in der Mannschft wieder das Selbstvertrauen einkehren kann und das ist ganz, ganz wichtig.

 

FCR 2001 Duisburg: Harris, Oster, Groenen, Islacker, Silva(78. Cengiz), Neboli, Kalkan(53. Martens), Weichelt, Himmighofen, Ando, Reed(67. Hellfeier)

VfL Sindelfingen: Holder, Tieber(30. Szarvas), Mann, Wörner, Spengler(78. Schmidt), Schneider, F. Dongus, Höller, Betschart, Eder(46. Loipersberger) , T. Dongus

 

Tore:

1:0 Islacker (16.)

2:0 Islacker (57.)

3:0 Martens (86.)

4:0 Islacker (90.+1)

Gelbe Karten: Weichelt / -

Schiedsrichterin: Sandra Blumenthal (Pritzwalk)

Zuschauer: 704

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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