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Okt 07 2012

DFB-Pokal, 2. Runde: Schwerer als nötig

VfL Borussia Mönchengladbach – SC Sand 0:3 (0:1)

Text von Marion Kehren, Fotos von Marion Kehren und Katrin Müller

Sands Trainer Oliver Dewes wusste schon, warum er vor der Partie mit einem unsicheren Gefühl den Platz betrat. Denn obwohl der Aufsteiger in die zweite Bundesliga-Süd jedes Wochenende für Erstaunen sorgt, tat sich der aktuelle Tabellenzweite bei den Fohlinnen schwerer als nötig, siegte aber letztendlich mit 0:3 und zieht damit ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. 

Anne Birbaum, Desiree Schneider

Ein ungewöhnlicher Job für Mittelfeldregiseurin Anne Birbaum im Tor der Fohlinnen. Aufgrund eines extremen Torhüterinnenproblems steht sie ab jetzt zwischen den Gladbacher Pfosten. (Foto: Marion Kehren)

 

Madeleine Kurek, Julia KojZugegeben, der Absteiger aus der zweiten Bundesliga, Borussia Mönchengladbach, hat zurzeit extreme Probleme in der Regionalliga-West und dümpelt im unteren Drittel der Tabelle herum. Das neu formierte Team ist völlig verunsichert und hat zudem auch noch ein Torhüterinnenproblem. So griff Trainer Kyle Berger unter der Woche zu einem außergewöhnlichen Schritt. Ab sofort hütet Mittelfeldregisseurin Anne Birbaum den Kasten der Borussia, was sich meiner Meinung nach später allerdings als Fehler heraus stellen sollte. Dewes unterdessen stellte sein Team um und brachte mit Désirée Schneider, Madeleine Kurek und Sinah Amann drei Spielerinnen, die so die Möglichkeit erhielten sich für weitere Einsätze zu empfehlen.

Die Gladbacherinnen begannen die Partie überaus hektisch und nervös. Sand agierte mit wesentlich mehr Druck, lies sich aber von der Hektik der Hausherrinnen anstecken. Dazu gesellte sich auch noch der rutschige Rasen, denn nach 3 Tagen Dauerregen war dieser extrem aufgeweicht. Hüben wie drüben waren Abspielfehler und Fehlpässe an der Tagesordnung, Torchancen zu Anfang Mangelware. Ein sehenswerter Fernschuss aus knapp 25 Metern von Sinah Amann war nur eine der wenigen Chancen der Gäste. Ein toller Sololauf von Christine Veth kann Birbaum noch zur Ecke klären, die allerdings nichts einbringt.

Isabelle MeyerWährend Gladbach die Ordnung im Mittelfeld und die Ideengeberin fehlten, bekamen die Gäste aus der Ortenau das Spiel besser in den Griff. Nach 21 Minuten war es dann soweit und es klingelte zum ersten Mal im Gladbacher Netz. Ein Abpraller Birbaums landet vor den Füßen von Isabelle Meyer, die per Seitfallzieher den Führungstreffer erzielt. Mönchengladbach kommt lediglich durch Einzelaktionen u.a. durch Kathrin Walmanns zu Entlastungsangriffen. Doch diese Aktionen enden jäh, da sich entweder kaum Anspielstationen ergaben oder mal wieder der Pass sein Ziel verfehlt. Sand versäumt es in der Folgezeit die Unsicherheiten der Gladbacherinnen zu nutzen und das Ergebnis weiter auszubauen. Stattdessen kommen die Fohlinnen gegen Ende der ersten Halbzeit erstmals richtig gefährlich vor das Tor von Keeperin Marina Rehm, scheitern aber an genau dieser.

Julia Zirnstein, Stephanie MpalaskasNach dem Wechsel übernahm zunächst die Borussia das Ruder und wies binnen weniger Minuten einige gute Chancen auf. Erst scheiterte Sabrina Weyers an Rehm und danach köpfte Stephanie Mpalaskas den Ball knapp am Sander Gehäuse vorbei. Kurze Zeit später forderten die wenigen Zuschauer einen Freistoß für die Gladbacherinnen, als Eyline Lupprich unsanft von den Beinen geholt wurde, doch der Pfiff der Unparteiischen blieb aus. Der SC wies unerklärlicher Weise dicke Patzer im Spielaufbau auf, die aber der VfL nicht zu nutzen wusste. Nach und nach eroberten sich die Gäste mehr Spielanteile zurück. In der 63. Minute lupfte die nimmermüde Isabelle Meyer ihren gefühlvollen Heber knapp über das Gladbacher Gehäuse, wenig später klappte es allerdings besser, als Veth ihren Pass punktgenau auf Meyer platzierte und diese nur noch einschießen musste. Der endgültigen Ko erfolgte sieben Minuten vor Schluss, als ein von Myriam Krüger ausgeführter Freistoß Stéphanie Wendlinger am langen Pfosten fand, die per Kopf zum 0:3 Endstand einköpfte.

 

Kommentar:

Anne Birbaum im Tor der Gladbacherinnen machte einen klasse Job, aber ob dies ausreicht wieder Ruhe in das Team zu bekommen darf stark bezweifelt werden, denn als Ideen- und Passgeberin fehlt Birbaum an allen Ecken und Enden im Mittelfeld. Teilweise rannten die Gladbacherinnen umher wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Es ist schon bezeichnend, dass ein Absteiger aus der zweiten Liga-Süd aktuell auf einem Abstiegsplatz in der Regionalliga steht… das liegt mit Sicherheit nicht nur an einer fehlende, adäquaten Torhüterin.

Myriam Krüger, Sabrina WeyersAnne BirbaumSander JubelOliver Dewes, Kyle Berger

VfL Borussia Mönchengladbach:

Birbaum – Heitmann, Weyers, Koj, Starmanns, Kufner, Mpalaskas, Walmanns (76. Densing), Sieberg (71. Schröder), Simons, Lupprich

SC Sand:

Rehm – Freckhaus (79. Scurich), Wendlinger, Desiree Schneider, Kurek, Krüger, Graves (67. Migliazza), Meyer, Amann, Zirnstein (72. Haag), Veth

Tore:

0:1 Meyer (21.)

0:2 Meyer (68.)

0:3 Wendlinger (83.)

Gelbe Karten:

- / Meyer

Schiedsrichterinnen:

Corinna Feldmann (Wietmarschen) mit Anja Klimm und Martine Wieczorek

Zuschauer:

68

 

Weitere Fotos unter www.girlsplay.de und www.kapixblog.net