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Okt 07 2012

DFB-Pokal, 2. Runde: Rekordpokalsieger Frankfurt ausgeschieden

FC Bayern München – 1. FFC Frankfurt 6:4 n.E.

 

Text und Bilder von Sascha Pfeiler

Die Frauen des FC Bayern München entwickeln sich so langsam zum Angstgegner des 1. FFC Frankfurt im DFB-Pokal. Die Neuauflage des letzten Pokalfinales entschieden erneut die Bayern für sich, allerdings deutlich knapper als im Mai diesen Jahres. Erst im Elfmeterschießen konnte eine Entscheidung gefunden werden, einzig Simone Laudehr verschoss auf Frankfurter Seiten und somit zieht der Pokalsieger auch in dieser Saison ins Achtelfinale ein. Für Frankfurt ist nach dem Holperstart in der Bundesliga und dem Aus im Pokal nun die erste von 2 Titelchancen vom Tisch.

Sarah Hagen bringt den ersten Elfmeter gegen Nationatorfrau Nadine Angerer sicher im Tor unter

Bereits zum siebten Mal trafen die beiden Mannschaften im Pokal aufeinander, zum sechsten Mal fand die Partie in München statt. Nach einem durchwachsenen Start in die noch junge Bundesliga-Saison wollte vor allem der 1. FFC Frankfurt Revanche für das verlorene Pokalfinale am 12. Mai 2012 in Köln gegen den FC Bayern nehmen.

Die äußeren Bedingungen im Sportpark Aschheim waren alles andere als gut. Bei strömendem Regen und kalten Temperaturen “verirrten” sich auch nur 530 Zuschauer ins Stadion zum Pokalkracher, davon wie gewohnt einige mitgereiste FFC-Fans, die sich lautstark bemerkbar machten. Aufgrund des teilweise durch Regenwasser getränkten Rasens war kein technisch hochklassiges Spiel zu erwarten. Beide Teams versuchten es also über Kampf und Einsatz und es gelang. Die Partie war zu keinem Zeitpunkt langweilig; über die reguläre Spielzeit gelang allerdings keiner Mannschaft ein Tor. Die Bayern waren die etwas engagiertere Elf, beim FFC sahen die wenigen Kombinationen teilweise recht ideenlos aus. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Frankfurt seine stärkste Phase, doch vom Erfolg wurde auch diese nicht gekrönt.

Der Himmel über Aschheim erhellte sich zunehmend und somit war auch keiner der Zuschauer traurig, dass nach 90 torlosen Minuten durch Schiedsrichterin Christine Baitinger zur Verlängerung angepfiffen wurde. Wie schon den Beginn der 2. Halbzeit verschliefen die Bayern auch die erste Phase der Verlängerung und diesmal nutzen das die Frankfurterinnen. In der 91. Spielminuten ging das Team von Interimscoach Philipp Dahm durch Bianca Schmidt in Führung und plötzlich sah alles danach aus, als seien die Kräfteverhältnisse zurechtgerückt. Doch die Bayern ließen sich durch den Gegentreffer nicht schocken und spielten einfach ohne Hast und Hektik weiter, wie sie es 90 Minuten lang getan haben. Thomas Wörle, der innerhalb der ersten 90 Minuten überhaupt keinen Wechsel vornahm, brachte nun in seiner Offensivabteilung mit Lena Lotzen und Ivana Rudelic frische Kräfte. Die Besonnenheit der Bayern sollten sich in der 113. Minute auszahlen, als Innenverteidigerin Carina Wenninger zum verdienten 1:1 ausgleichen konnte. Es musste also ein Elfmeterschießen über Jubel und Tränen entscheiden. Der Verlauf ist schnell erzählt: gleich die erste Frankfurter Schützin Simone Laudehr schob ihren Elfmeter links am Tor von Kathrin Längert vorbei. Alle folgendenen Schützinen trafen. Kurz zusammengerechnet macht das 6:4 für den Titelverteigiger, der mit dem erneuten Sieg über den 1. FFC Frankfurt nun “keine Eintagsfliege” mehr ist, wie es Trainer Wörle anschließend sagte. Den letzten und entscheidenden Elfmeter versenkte keine Geringere als Gina Lewandowski, die noch im Mai im Pokalfinale das Trikot des 1. FFC Frankfurt trug und im Sommer an die Isar wechselte.

Stimmen zum Spiel

Thomas Wörle (FC Bayern München): “Hut ab vor dieser unglaublichen Leistung meiner Mannschaft. Selbst wenn wir dieses Spiel verloren hätten, hätte ich das gleiche Fazit gezogen. Meine Spielerinnen waren heute körperlich und mental voll auf der Höhe und ich hatte den Glauben, dass wir das Spiel nach dem 0:1 durch Frankfurt noch drehen können.”

Philipp Dahm (1. FFC Frankfurt): “Man kann keiner Spielerin einen Vorwurf machen, wenn sie ihren Elfmeter nicht im Tor unterbringt. Wir wollten nach der Führung in der Verlängerung auf das 2:0 gehen, wie es unserer Mentalität entspricht. Leider ist uns das heute nicht gelungen.”

Gina Lewandowski (FC Bayern München): Ich war aufgeregt, weil ich gegen Kerstin Garefrekes spielen musste, aber ich habe daran geglaubt, dass wir es schaffen können. Gegen Frankfurt zu spielen, war etwas besonderes.”

 

FC Bayern München: Längert, Lewandowski, Huyleur, Wenninger, Cross, Romert, Schnaderbeck, Feiersinger (118. de Pol), Bachor (105. Rudelic), Hagen, Bürki (98. Lotzen)

1. FFC Frankfurt: Angerer, Kumagai, B. Schmidt, Bartusiak, Peter, Kulig, Laudehr, Behringer (90. Krieger), Marozsán, Garefrekes, Bretigny (61. Wich, 98. Smisek)

Tore:

0:1 B. Schmidt (91.)

1:1 Wenninger (113.)

Elfmeterschießen: 

2:1 Hagen, 3:1 Lotzen, 3:2 Marozsán, 4:2 de Pol, 4:3 Kulig, 5:3 Cross, 5:4 Bartusiak, 6:4 Lewandowsi

Schiedsrichterin: Christina Baitinger (Friesenheim) mit Ülfet Car und Karoline Wacker

Gelbe Karten: Feiersinger / Kulig, Laudehr

Zuschauer: 530

 

Weitere Fotos vom Spiel bei girlsplay.de

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