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Okt 30 2012

1. Bundesliga, 7. Spieltag: Turbine knackt nach knapp einer Stunde das Jenaer Bollwerk!

FF USV Jena – 1. FFC Turbine Potsdam 0:3 (0:0)

Text: Steffen Langbein, Fotos Holger Peterlein

Für den amtierenden Meister und aktuellen Tabellenzweiten sind es durch die internationalen Einsätze und verlegten Spiele die gewohnten englischen Herbst-Wochen, nur unterbrochen durch die Länderspielpause. Für Jena, auch wie gewohnt, der alljährliche Abstiegskampf. So stand das Ost-Duell unter den gewohnten Vorzeichen.

Stefanie Draws, Julia Arnold, Amber Hearn

Umkämpfter Ball zwischen Stefanie Draws am Boden (22/Turbine), Julia Arnold (31/USV) und Amber Hearn (10/USV)

Franziska Ippensen,  Natasa AndonovaNach dem Schneefall in der Nacht zum Samstag hatte man schon Bedenken, jedoch war der Platz am Sonntag wieder abgetaut und „war sensationell“, wie Gästetrainer Bernd Schröder befand. Gespannt war man, wie sich Jena als Underdog gegen den Meister bewähren würde. Die Gastgeberinnen versteckten sich nicht, hatten die erste Chance durch Carolin Schiewe, die Kathleen Radtkes Eingabe volley knapp neben das Tor setzte (4.). Später landete Schiewes 20-Meter-Freistoß in den Armen von Keeperin Alissa Naeher (10.). Der Meister kam kaum zur gewohnten spielerischen Entfaltung, der USV machte die Räume eng, stand gut am Gegner und im Raum. Die erste Turbine-Chance hatte Natasa Andonowa, deren Schuss den Außenpfosten ankratzte (16.).

Jena spielte weiter gut mit, auf der linken Seite bot Sara Löser eine starke Abwehrpartie und schaltete sich sogar immer wieder ins Angriffsspiel ein, so bei ihrem Pass in die Spitze auf die laufstarke Sabrina Schmutzler (16.). Ria Percivals Chance aus spitzem Winkel ging über`s Tor (20.). Von Potsdam weiter nicht viel zu sehen, die japanische Weltmeisterin Yuki Ogimi wurde von der USV-Abwehr meist zugedeckt, so von Radtke, die im Strafraum klärte (22.). Was die Abwehr nicht zu fassen bekam, parierte die 17-jährige Bundesliga-Debütantin Franziska Ippensen, wie per Faustabwehr den Kopfball von Keelin Mary Winters (25.), ebenso deren Flachschuss (28.). So blieb es bis zur Pause beim leistungsgerechten Remis.

Yuki Ogimi, Kathleen RadtkeNach der Pause, in der der Turbine-Trainer etwas lauter wurde, wie er bemerkte, verstärkte Potsdam, wieder mit zahlreicher Fanunterstützung angereist, seinen Druck. Bis zur 55. Minute hielt das Jenbaer Bollwerk stand, dann erzielte Lisa Catherine Evans nach Zuckerpass von Ogimi das 1:0 für Potsdam (55.). Jena wehrte sich, hatte durch Fernschüsse von Julia Arnold (60., 65.) und die eingewechselte Vivien Beil (62.) und Percivals Schlenzer (69.) eigene Chancen. Den zweiten Treffer erzielten allerdings die Gäste durch Sara Doorsoun-Khajeh, die von der Strafraumgrenze hoch ins lange Eck traf (69.). Die große Chance zum Anschlusstreffer hatte Percival, die nach Julia Arnolds Pass aus 18 Metern nur den Außenpfosten traf (74.). Jenas Keeperin Ippensen, die ein tolles Spiel machte, rettete zweimal gegen Evans (76., 77.). Ogimi machte dann per Solo den Deckel zum 3:0 für den Meister drauf (89.). Eine 0:3-Niederlage, die für den FF USV Jena sicherlich etwas zu hoch ausfiel.

Für Potsdam geht es unter der Woche weiter zum Champions League-Hinspiel bei Arsenal London, dann im Liga-Alltag gegen Essen. Jena spielt nun gegen die beiden Aufsteiger, in Gütersloh und gegen Sindelfingen, da wollen sie nicht nur lobende Worte sondern auch Punkte ernten.

Konzert mit USV-Vereinshymne!

Ein kulturelles Highlight gibt es am Donnerstag im Jenaer Studenteclub „Rosenkeller“. Dort gastiert am Donnerstag Abend, 1. November, Conny Kanik mit ihrer Band auf ihrer Unplugged-Tour 2012. Sie präsentiert dort unter anderem die offiziellen Vereinshymne „Rette sich, wer kann! Hier kommt der FF USV Jena.“, gesanglich unterstützt von den Jenaer Spielerinnen.

Trainerstimmen:

Bernd Schröder (Potsdam): „Respekt vor dem Gegner, er hat sich wunderbar präsentiert. Ich war darauf vorbereitet, mein Mannschaft offensichtlich nicht ganz. Der Gegner hat gut an unseren Leuten dran gestanden, die Räume eng gemacht. Es war aber zu erwarten, dass sich unsere Qualität mit der Zeit durchsetzt, wenn wir das erste Tor machen. Ich hoffe, das Ostduell bleibt der Bundesliga erhalten.“

Daniel Kraus (Jena): „Wir haben uns vor allem in der ersten Halbzeit gut präsentiert. Nach der Pause haben uns dann die 3-4% gefehlt. Aber selbst nach dem 0:2 hatten wir noch Chancen. Der Potsdamer Sieg ist verdient, wir haben aber vernünftig gespielt. Jetzt kommen die wichtigen Spiele gegen Gütersloh und Sindelfingen.“

Alyssa NaeherFranziska IppensenBernd Schröder

Jena: Ippensen; Brosius, Schiewe, Radtke, Percival, Utes (81. Landeka), Julia Arnold, Heinze (51. Beil), Löser, Schnutzler (79. Seiler), Hearn,

Potsdam: Naeher; Jaques, Draws, Doorsoun-Khajeh, Kemme, Winters, Hanebeck, Göransson (82. Cramer), Evans, Ogimi, Natasa Andonova,

Tore:

0:1 Evans (55.)

0:2 Doorsoun-Khajeh (69.)

0:3 Ogimi (89.)

Schiedsrichterin: Daniela Illing (Limbach-Oberfrohna) mit Susann Dittmar und Annett Unterbeck.

Zuschauer: 640