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Nov 12 2012

1. Bundesliga, 9. Spieltag: Am Ende siegte die bessere Kondition

SGS Essen – FSV 2009 Gütersloh 2:1 (1:1)

 

Bericht von Marion Kehren, Fotos von Katrin Müller und Marion Kehren

Bei wunderschönem Herbstwetter fand sich heute Aufsteiger Gütersloh in Essen ein, um nach Möglichkeit einen Punkt zu entführen und die Schmach von München unterhalb der Woche (0:8) so schnell wie möglich zu vergessen. Essens Trainer Markus Högner hatte im Vorfeld der Partie vor der Graskamp-Elf gewarnt: „Gütersloh ist ähnlich strukturiert wie wir: Sie treten auch mannschaftlich geschlossen auf. Mit Pollmann, Gessat und van Bonn verfügen sie über eine Reihe solider Erstliga-Spielerinnen.“ Aber nicht Güterloh sorgte für Bluthochdruck bei Trainern, Spielerinnen und Fans, sondern vielmehr die indiskutable Schiedsrichterleistung des “Dreigestirns”! … gut, heute war Karnevalsauftakt .. hatte ich fast vergessen  ;-)

 

Abwehr FSV 2009 Gütersloh

Nach einer guten ersten Halbzeit schwanden bei Gütersloh im zweiten Abschnitt die Kräfte. Mit Mann und Maus versuchten die Gäste das 1:1 Unentschieden zu halten, doch am Ende holte Essen den Sieg.

 

 

Sarah FreutelMit einer großen Überraschung in der Startelf verwunderte Essens Trainer Högner die Zuschauer. Mit Jacqueline Klasen, Katharina Leiding, Sharon Beck und Irini Ioannidou, als Abwehrkette, erhielten die jungen Spielerinnen die Möglichkeit sich zu beweisen. “Mir war schon klar, dass ich ein hohes Risiko eingegangen bin, aber die Spielerinnen haben mich im Training in der letzten Woche überzeugt”, so Högner in der anschließenden Pressekonferenz. Sein Pendant Markus Graskamp mußte unterdessen auf Franziska Bröckl, Nina Claassen und Rebecca Granz verzichten, während Maren Wallenhorst ins Team zurück kehren konnte.

Ohne Umschweife machte Essen von Beginn an Druck und wollte weiterhin die makellose Heimbilanz aufrecht erhalten. Aber die Umstellung im Team zeigte auch einige Unsicherheiten im Abspiel und Gütersloh agierte gut und zeigte keine Scheu. Bereits nach fünf Minuten köpfte Sarah Freutel, nach einem Gütersloher Freistoß, den heran fliegenden Ball an die eigene Querlatte. Nichtsdestotrotz zeigte Essen anfänglich mehr Zug zum Gütersloher Tor, verpasste aber gleich mehrfach durch Hartmann und Beck den Führungstreffer. Eine bessere Leistung als im letzten Heimspiel gegen Leverkusen war bei der SGS Essen allemal zu verzeichnen. Mit schnellem, kurzem Spiel wurde der Ball in die gegnerische Hälfte gebracht, wo Melanie Hoffmann die Bälle gut verteilte. Dank einer starken Leistung der Abwehrkette der Gütersloherinnen und einer gut aufgelegten Tessa Rinkes im Tor hielten die Gäste dagegen und kamen durch Pollmann und Schmücker selber zu einigen guten Szenen vor dem Essener Gehäuse.

Brigitta Schmücker, Sharon BeckJe länger die erste Halbzeit andauerte, desto nervöser wurden die Hausherrinnen. Güterloh erspielte sich zusehends mehr Chancen und kam gefährlich nahe vor den Kasten von Lisa Weiß. Nach einem tollen Pass von Pollmann auf Jaqueline Dünker schnappte ihr Weiß in letzer Sekunde den Ball vor der Nase weg. Im direkten Gegenzug konnte die freistehende Freutel, aus kürzester Distanz,  ihre Chance nicht nutzen uns setzte das Leder neben das gegnerische Tor. Es war mittlerweile ein Spiel auf Augenhöhe, dessen Spielfluss durch manch fragwürdige Entscheidung der Unparteiischen zerrissen wurde. In der 43. Minute dann doch der Führungstreffer für Essen durch Ina Mester. Nach einer Faustabwehr durch Rinkes, die im Gewühl mit Sarah Freutel zusammen stieß, nutzte Mester die undurchsichtige Situation und netzte aus kürzester Distanz ein. Im direkten Gegenzug ein Foul von Jacqueline Klasen an Maren Wallenhorst in Nähe des 16ers. Schiedsrichterin Daniela Illing zeigte ohne Umschweife auf den berühmt berüchtigten Punkt und Anne van Bonn zögerte nicht lange und erzielte den nicht ganz unverdienten Ausgleich.

Carole da Silva Costa, Leonie BentkämperIn Halbzeit zwei erarbeitete sich Essen mehr und mehr Spielanteile, während Gütersloh sich mit Händen und Füßen gegen eine drohende Niederlage zu wehren versuchte.Hektik machte sich breit auf dem Platz, die zudem auch durch die immer schlechter werdende Leistung des Schiedsrichterinnengespanns gefördert wurde, deren unrühmlicher Höhepunkt mit Sicherheit die gelb-rote Karte für Marie Pollmann war. Mit zunehmender Spielzeit merkte man den Gästen deutlich an, dass die Kräfte schwanden, das schwere Auswärtsspiel unter der Woche in München schien seine Spuren hinterlassen zu haben. Die SGS war dem Führungstreffer recht nahe. Die nimmer müde Charline Hartmann und Linda Dallmann sorgten für mächtig viel Unruhe im Gütersloher Strafraum, den Siegtreffer für Essen erzielte allerdings jemand, den so wohl keiner auf der Rechnung hatte, nämlich Carole da Silva Costa. Die Portugiesin, erst in der 75. Minute eingewechselt, zimmerte kurz vor Schluss aus knapp 20 Metern den Ball ins gegnerische Netz. Als der Schlußpfiff ertönte, war Essen zwar glücklich über den hart erkämpften Sieg, während die Zuschauer das Schiedsrichterinnengespann mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedeten.

Melanie Hoffmann, Daniela IllingMirte Roelvink, Charline HartmannSabrina Dörpinghaus, Jaqueline DünkerKristina Gessat

Trainerstimmen:

Markus Graskamp (Trainer FSV 2009 Güterloh):  “Trotz dieser hohen Niederlage in München haben wir hier eine gute Leistung gezeigt. In Halbzeit eins haben wir gut mitgehalten und das 1:1 zur Pause ging voll in Ordnung. In der zweiten Halbzeit haben unsere Kräfte deutlich nachgelassen und wir konnten nicht mehr mithalten. Die gelb-rote Karte ist unglücklich gelaufen, aber nicht zu ändern. Letztendlich hat Essen verdient gewonnen, auch wenn wir gerne einen Punkt mitgenommen hätten.”

Markus Högner (Trainer SGS Essen): “Erst einmal durchatmen! Nach einem Jahr ohne Betablocker muß ich wohl nach dem heutigen Spiel diese wieder rausholen, um erst einmal runter zu kommen. Ich bin mit der Aufstellung bewusst hohes Risiko gegangen, aber dass dieses Spiel so ein zäher Kaugummi wird, habe ich nicht erwartet.  Mit dieser Kombination haben wir auch den Konkurrenzkampf in der Mannschaft neu angeheizt. Besonders freut mich der tolle Treffer von Carole, die ja auch ursprünglich eine gelernte Stürmerin ist. Letztendlich zählen die drei Punkte.”

Wenig ZuschauerAnne van Bonn, Irini Ioannidou, Sharon BeckIna Mester, Carole Silva da CostaMarkus Graskamp, Willi Wissing, Markus Högner

 

SGS Essen:

Weiß – Martini, Mester, Ioannidou, Beck (75. da Silva Costa), Leiding, Hoffmann, Dallmann, Freutel (46. Dörpinghaus), Klasen, Hartmann (90. Wöpke)

FSV 2009 Gütersloh:

Rinkes – Barwinsky, Bentkämper (90. Widowski), Roelvink, Posdorfer (66. Lückel), van Bonn, Hermes, Dünker, Wallenhorst (83. Gessat), Pollmann, Schmücker

Tore:

1:0 Mester (43.)

1:1 van Bonn (44. FE)

2:1 da Silva Costa (86.)

Gelbe Karte:

- / Dünker

Gelb-rote Karte:

Marie Pollmann wegen wiederholtem Foulspiel

Schiedsrichterinnen:

Daniela Illig (Limbach) mit Susann Dittmar mit Sandy Kuchmann-Nowak

Zuschauer:

671

 

Weitere Fotos unter http://www.kapixblog.net und www.girlsplay.de