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Nov 14 2012

1. Bundesliga, 9. Spieltag: Problemzone Offensive

 

FF USV Jena – VfL Sindelfingen 1:0 (1:0)

 Text von Steffen Langbein, Bilder von Holger Peterlein

Problemzone Offensive – so titelte die DFB-Website in ihrer Vorschau auf dieses Spiel. Der FF USV erzielte bis dato sechs Tore, Sindelfingen derer lediglich vier – beide damit am Tabellenende in der Rubrik „Tore schießen“. Das sollte sich auch in diesem Spiel zeigen.

Problemzone Offensive: Amber Hearn hatte in dieser Szene die Chance, auf 2:0 für Jena zu erhöhen, doch der Ball ging über die Latte. Am Ende blieb es bei einem Tor in diesem Spiel zweier Teams, die bisher in jetzt 18 Spielen nur ingesamt 10 Tore erzielen konnten.

 

Der Auftakt war dann allerdings offensiv. Nach einem Foul an Ria Percival knapp neben dem Strafraum setzte Iva Landeka den Freistoß von Halblinks auf das Tornetz (3.). Auf der Gegenseite prüfte Michelle Wörner Jena-Keeperin Franziska Ippensen, die den Schuss um den Pfosten lenkte (5.). Es war kurz nach 11:11 Uhr an diesem 11.11., noch keine Viertelstunde gespielt, da fiel der Führungstreffer für die Gastgeberinnen. Nach Zuckerpass von Landeka erzielte Percival von rechts aus wenigen Metern flach ins Eck das 1:0. Und das praktisch in Unterzahl, Julia Arnold wurde gerade an der Seitenlinie behandelt, musste wenig später ausgewechselt werden – Mittelfußbruch die düstere Diagnose.

Jena spielte weiter nach vorn. Das Neuseeland-Duo mal im Duett, Percival auf Amber Hearn, die Torfrau Simone Holder umkurvte, aber zu weit abgedrängt wurde (17.). Sindelfingen sorgte auch für Entlastung, so mit einem Fernschuss von Wörner, deren 35-Meter-Schuss sich ins lange Eck senkte, aber Ippensen war aufmerksam (23.). Mehr vom Spiel hatten aber die Gastgeberinnen und genug Chancen, das Spiel vor der Pause einzutüten. Ein schöner Spielzug über rechts mit Laura Brosius und Karoline Heinze landete bei Landeka, deren Kopfball in den Armen von Sindelfingens Torhüterin (25.). Ein Kopfball von Carolin Schiewe ging knapp vorbei (28.), ihr abgefälschter Freistoß traf die Latte (37.). Nach Doppelpass mit Landeka tauchte wieder Hearn vor Holder auf, die ihr aber den Ball vom Fuß kratzte (34.). Noch dicker die nächsten beiden Chancen der neuseeländischen Nationalspielerin. Erst hob sie den Ball aus aussichtsreicher Position übers Tor (39.), dann aus noch aussichtsreicheren Position mit links daneben (41.) jeweils nach Vorarbeit von Sabrina Schmutzler. Sindelfingen harmlos, kaum noch zu sehen in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit. Das beste für die Gäste war noch der knappe Rückstand.

Im zweiten Durchgang passierte erst Mal nicht viel vor den Toren. Erst eine guter Spielzug von Schmutzler auf Heinze, die in den Strafraum passte, brachte wieder Torgefahr, Amber Hearn kam einen kleinen Tick zu spät (57.). Fortan kam Sindelfingen etwas besser ins Spiel, der 20-Meter-Schuss von Merza Julevic strich knapp am USV-Gehäuse vorbei (60.), ansonsten aber weiterhin wenig Torgefahr durch die Gäste. Jena war mit Freistößen von Landeka (70.) und Kathleen Radtke (71.) in Strafraumnähe. Hinten klärten Brosius und Ippensen gemeinsam gegen Lea Rädle (80.). Den letzten Versuch zum Ausgleich für Sindelfingen hatte Jana Spengler, deren Schuss von der Strafraumgrenze übers Tor ging (90.). Es blieb beim knappen, aber verdienten 1:0.

Somit bleibt für beide Teams die Offensive die Problemzone. Allerdings mit dem Unterschied, dass Jena mit sechs Toren immerhin schon beachtliche elf Punkte gesammelt hat (derzeit Platz 8, nur 2 Punkte hinter Platz 4/SC Freiburg, nächster Gegner des FF USV). Sindelfingen verbleibt mit vier Saisontoren bei vier Punkten am Tabellenende und steht beim nächsten Spiel gegen Essen schon unter Zugzwang.

 

Trainerstimmen:

Niko Koutroubis: „Gegen Jena waren es in der Vergangenheit immer enge Spiele, so auch heute. Wenn man die gesamten 90 Minuten sieht, war es ein verdienter Sieg. Jena war 60 Minuten besser, hat intelligenter gespielt. Man merkt, dass sie imjahrelangen Abstiegskampf gereift sind. Mein Team ist es, nach der erfolgreichen Aufstiegssaison, nicht gewohnt, zu verlieren. In der Rückrunde wird die Mannschaft anders auftreten.“

Daniel Kraus: „Ich kann mich trotz des Sieges nicht so richtig freuen. Zur Halbzeit müssen wir höher führen als 1:0. Wir haben gute Möglichkeiten heraus gespielt, aber im Abschluss waren wir nicht konsequent genug. Nach dem Wechsel war keine Struktur mehr drin. Am Ende bin ich froh über die drei Punkte. Leider wurde der Sieg teuer erkauft mit dem Mittelfußbruch, den sich Julia Arnold zugezogen hat.“

 

 

 

 

 

 

 

FF USV Jena:

Ippensen; Löser (60. Beil), Schiewe, Radtke, Brosius, Anorld (16. Heinze), Utes, Percival, Landeka, Schmutzler (84. Seiler), Hearn,

VfL Sindelfingen:

Holder; Höller, Tamar Dongus, Laich, Wörner, Fabienne Dongus (71. Szarvas), Julevic (62. Rall), Jasmin Eder, Grimm (46. Rädle) Loipersberger, Spengler,

Tor:

1:0 Percival (13.)

Gelbe Karten:

Landeka / Julevic, Laich, Loipersberger

Schiedsrichterin: Sinem Turac (Berlin) mit Christine Weigelt und Beate Kautz,

Zuschauer: 355