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Nov 18 2012

DFB-Pokal, Achtelfinale: Die mit Abstand beste Saisonleistung wurde nicht belohnt

SC 07 Bad Neuenahr – 1. FFC Turbine Potsdam 0:1 (0:1)

 

Text: Sandra Kunschke Fotos: Guido Kölzer und Sandra Kunschke

Bereits am Samstag kam es im Apollinarisstadion vor gerade einmal 496 Fans zum Alles-oder-nichts-Spiel zwischen dem SC 07 Bad Neuenahr und dem Deutschen Meister 1. FFC Turbine Potsdam. Eine Standardsituation nutzte in der 29. Minute die US-Amerikanerin Keelin Winters und entschied das Spiel zu Gunsten der Potsdamerinnen. Trotz einer hervorragenden Leistung, bleibt Köln für die Kurstäterinnen weiterhin das Ziel der Träume!

Heleene Jaques, Keelin Winters

Ein schöner Rücken kann auch entzücken ;-) Dies ist die entscheidente Szene zum Potsdamer Siegtreffer. Auch wenn es hier so aussieht als würde Heleene Jaques einköpfen, hatte zuvor Keelin Winters dem Spielgerät die richtige Richtung gegeben. (Foto: Sandra Kunschke)

Celia Okoyino da Mbabi, Sara Doorsoun KhajehDie zuletzt noch erkältete Patricia Hanebeck war wieder in der Startelf der Potsdamer. Tabea Kemme wird jedoch noch länger ausfallen, die „Erkältung“ hat sich mittlerweile als Pfeiffersches Drüsenfieber herausgestellt. Colin Bell hatte zwei Änderungen im Vergleich zum Duisburg Spiel vorgenommen. Antonia Hornberg, zuletzt noch erkrankt und Rachel Rinast spielten nun von Beginn an.

Der Anpfiff der unparteiischen Martina Storch-Schäfer war noch nicht ganz verklungen, da hatte der SC07 bereits die erste große Chance. Aus über 20 Metern Entfernung knallte Leonie Maier einen Freistoß auf das Tor der Gäste. Einzig und allein das Aluminium der Querlatte war im Weg. Bad Neuenahr machte einen starken Anfang. Auch Nationalspielerin Celia Okoyino da Mbabi kam zweimal nah ans Tor von Alyssa Naeher, wurde aber von der aufmerksamen Abwehr der Potsdamerinnen gestört. Die Brandenburgerinnen erkämpften sich mehr Spielanteile, kamen aber in keiner Situation gefährlich vor das Neuenahrer Gehäuse. Nach fast einer halben Stunde musste Almuth Schult hinter sich greifen. Einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld brachte Antonia Göransson hoch in den Strafraum, wo Keelin Winters ungehindert das Spielgerät per Kopf zwischen den Pfosten unterbrachte. Bis dato hatten die „Turbinen“ keine einzige Tormöglichkeit aus dem Spiel heraus. Nur wenige Minuten später probierte Winters es mit einem Distanzschuss, der allerdings kein Problem für Schult darstellte. Peggy Kuznik, Antonia Göransson, Alyssa NaeherDas Spiel war nun doch sehr ausgeglichen. Laura Störzel fing den Ball in der eigenen Hälfte ab und marschierte ungehindert in Richtung Tor der Gäste. Ihren Distanzschuss konnte Torfrau Naeher nicht festhalten, allerdings konnte Bad Neuenahr auch keinen Profit draus schlagen. Dann wieder die Potsdamerinnen am Zug. Nach Vorarbeit von Göransson legte Lisa Evans noch einmal quer auf Genoveva Anonma und der gute Spielzug verpuffte im Nichts. Hätte Evans es selber versucht, wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen, aber Fußball wird nun mal nicht im Konjunktiv gespielt. Die Belgierin Heleen Jaques musste kurz vor der Pause mit Verdacht auf Bänderriss im linken Sprunggelenk vom Platz. Zuvor war sie nach einer Rettungsaktion gegen Okoyino da Mbabi umgeknickt. Die letzte Szene der ersten Hälfte gehörte dem SC 07. Nach einer Ecke von Aylin Yaren scheiterte die Kopfballstarke Peggy Kuznik am Außenpfosten. Mit zweimal Aluminium und einem Tor geht es in die Halbzeit.

Celia Okoyino da Mbabi, Keelin Winters

Die zweite Spielhälfte begann erneut mit einem Paukenschlag. Keelin Winters spielte einen fatalen Rückpass, der fast zum Ausgleich geführt hätte. Die Potsdamerinnen waren sichtlich bemüht, fanden aber durch viele Ballverluste und Ungenauigkeiten nicht in ihr gewohntes Spiel. Eine Hereingabe von Leonie Maier verfehlten Corina Schröder und auch Nicole Rolser nur knapp. Auf der Gegenseite köpfte Anonma nach einer Flanke von rechts am Tor vorbei. Der SC 07 drängte mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr auf den Ausgleich, jedoch fehlte der letzte Zug zum Tor und das Gewisse Quäntchen Glück. Celia Okoyino da Mbabi und auch Nicole Rolser versuchten es immer wieder ohne durchschlagende Wirkung. Auch ein Nachschuss von Aylin Yaren ging rechts am Kasten vorbei. In der 90. Minute bekam Nicole Rolser im gegnerischen Strafraum einen Tritt ab, der Elfmeterpfiff blieb aber aus, was zu vielen Diskussionen führte. Auch Trainerurgestein Bernd Schröder merkte nach dem Spiel an, dass die Schiedsrichterleistung auf beiden Seiten nicht immer korrekt war. Und so konnte sich der 1. FFC Turbine Potsdam glücklich schätzen, den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale gepackt zu haben. Es genügt im Fußball halt nicht, eine gute Abwehr zu haben, die recht wenig zulässt. Am Ende gewinnt die Mannschaft, die die Tore schießt.

Nicole Rolser, Heleen JaquesStimmen zum Spiel:

Bernd Schröder: „Uns war klar, dass es heute ein schweres Spiel werden würde. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte. Wir hatten das Glück das 1:0 zu machen und sind heilfroh, dass wir hier mit 1:0 rausgekommen sind. Im Endeffekt zählt das Weiterkommen im Pokal und das haben wir geschafft.“

Colin Bell: „Ein Riesenkompliment an mein Team, wir haben alles gegeben und versucht. Wenn man bedenkt, dass wir vor ein paar Wochen 5:1 in Potsdam verloren haben und heute gleichwertig, teilweise sogar besser waren ist das eine positive Entwicklung. Natürlich ist es enttäuschend, dass wir im Pokal ausgeschieden sind es war eindeutig mehr drin. Ein Danke auch an unsere Fans, die alles gegeben haben.“

 

SC 07 Bad Neuenahr:

Schult, Störzel, Hornberg (88. Nati), Okoyino da Mbabi, Nicole Rolser, Gregorius, Schröder (85. Pyko), Maier, Kuznik, Rinast, Yaren

1.FFC Turbine Potsdam:

Naeher, Winters, Doorsoun-Khajeh, Hanebeck, Ogimi, Singer, Göransson, Draws, Evans, Jaques (43. Ceamer), Anonma

Tore:

0:1 Winters (28.)

Gelbe Karten:

Hornberg – Anonma 

Schiedsrichter:

Martina Storch-Schäfer, es assistierten Susanne Luft und Sabine Stadler

Zuschauer:

496

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