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Nov 20 2012

DFB-Pokal: FF USV Jena zieht souverän ins Viertelfinale ein

SV Werder Bremen – FF USV Jena 1:4 (0:2)

Bericht und Bilder: Dietmar Haß

Vor dem Pokalspiel gegen den FF USV Jena hatte der SV Werder Bremen die leichte Hoffnung, dem Favoriten ein Bein zu stellen, wenn denn alles passt. Doch am Ende der Partie mussten die Bremerinnen erkennen, dass die Gäste von der Saale noch zu stark für sie sind.

Zweitligist gegen Erstligist – solche Spiele bringen oft eine besondere Spannung mit sich. Vor dem Anpfiff schworen sich beide Teams im Kreis auf das Spiel ein.

Den Weg nach Bremen kannte der FF USV Jena schon, denn in der ersten Runde hatte der Erstligist den Bremer Verbandsligisten ATS Buntentor glatt mit 13:0 besiegt. Auch der SV Werder Bremen war für das Team von Trainer Daniel Kraus nicht unbekannt, schließlich gab es in der Vorwoche die Gelegenheit die Stärken und Schwächen der Bremerinnen beim Gastspiel in Jena bei der Zweitvertretung des FF USV Jena zu erkunden, so wie auch Werder am selben Tag den FF USV Jena beim Spiel gegen den VfL Sindelfingen beobachtete. Unglücklicherweise hatte sich in diesem Spiel Julia Arnold einen Mittelfußbruch zugezogen, so dass sie für das Spiel in Bremen ausfiel. Auch Amber Hearn stand nicht in Jenas Kader. Dafür durften Vivien Beil und Louisa Lagaris beginnen. Auch beim SV Werder gab es gegenüber der 1:4-Niederlage beim FF USV Jena II ein paar Änderungen in der Startelf. Eva-Marlen Votava stand nicht im Kader und Anna Mirbach und Jessica Golebiewski mussten zunächst auf der Reservebank Platz nehmen. Dafür standen Ann-Christin Bopp, Ylenia Sachau und Maike Timmermann zum Anpfiff auf dem Rasen.

Trotz einer eher defensiven Grundausrichtung spielte Werder am Anfang munter mit. In der 10. Minute hätte ein Bremer Konter zum Erfolg führen können, doch Cindy König schloss aus der Distanz überhastet ab. Nur zwei Minuten danach kam der Ball nach einem Bremer Freistoß zu Manjou Wilde, deren Schuss jedoch von der USV-Abwehr geblockt werden konnte. Zwar hatte bis dahin der USV etwas mehr Spielanteile, doch die erste Chance gab es für Jena erst in der 14. Minute, als Iva Landeka nach einem Freistoß den Ball per Kopf ans Außennetz des Bremer Tores beförderte. Die kroatische Nationalspielerin war es auch, die in der 24. Minute einen Strafstoß herausholte. Ylenia Sachau hatte sie zu Fall gebracht, auch wenn es von manchen Zuschauern bei Bremer Schmuddelwetter im leider nur spärlich besuchten Stadion „Platz 12“ nicht so gesehen wurde. Carolin Schiewe verwandelte den Elfmeter sicher. Nach dem Gegentor war der Schwung nach vorn bei Werder spürbar raus. Auch die Einwechslung von Jessica Golebiewski sorgte zunächst für keine Impulse. Dafür konnten die Jenaerinnen nach dem Tor immer mehr das Spiel bestimmen und fast folgerichtig fiel noch vor dem Halbzeitpfiff das 0:2 durch Louisa Lagaris, die sich durch die Bremer Abwehr spielen konnte ohne konsequent gestört zu werden, ähnlich wie schon in der Vorwoche, als sie das 3:0 beim 4:1-Sieg vom FF USV Jena II gegen Werder machte.

In der zweiten Halbzeit hatte der USV früh die Gelegenheit das 0:3 zu machen, doch ein Schuss von Ria Percival konnte von Werders Torfrau Jennifer Martens per Faustabwehr geklärt werden (47.). Doch auch Werder kam in der Anfangsphase der zweiten Hälfte zu Chancen. So konterten die Gastgeberinnen nach einer Jenaer Ecke über Manjou Wilde und Maike Timmermann, die den Ball zu Cindy König spielte, deren Schuss aber von Franziska Ippensen gehalten wurde (48.). Wenig später streckte sich die Jenaer Schlussfrau vergeblich, als der Ball nach einem Freistoß von Daniela Schacher ohne von irgendeiner Spielerin noch berührt zu werden im langen Eck landete (51.). Das Spiel schien wieder offen zu sein. Doch da zeigte sich der Unterschied zwischen erster und zweiter Liga, denn der FF USV Jena konnte noch eine Schippe drauflegen, drängte Werder in die eigene Hälfte und stellte durch einen direkt verwandelten Freistoß von Kathleen Radtke den alten Abstand wieder her (66.). Drei Minuten später fast das 1:4, als Sabrina Schmutzler es schaffte nach einem schweren Bremer Abwehrfehler den Ball am leeren Tor vorbei zu schießen. In der 79. Minute machte es die Jenaer Stürmerin besser und traf zum 1:4. Damit war die Partie entschieden. In der Schlussphase tat der USV dann nicht mehr als nötig, so dass Werder noch das eine oder andere Mal vor das Jenaer Tor kam, ohne sich noch eine große Chance zu erspielen. Es hätte vielleicht noch eine Chance für die Gastgeberinnen geben können, wenn Imke Lohmeyer den Einsatz von Lisa Seiler im Strafraum gegen Jessica Golebiewski als Foul ausgelegt hätte. Doch die Pfeife der Schiedsrichterin blieb stumm.

Letztendlich siegte Jena standesgemäß und zieht somit auch verdient ins Viertelfinale ein. Die Gäste kombinierten besser und konnten, wenn nötig das Tempo anziehen und den Druck erhöhen. Fußballerische Qualitätsmerkmale, die Werder in der Form zur Zeit nicht hat. Die Gastgeberinnen hielten zwar gut mit, spielten mit Leidenschaft, doch es reichte nicht, um die Gäste über die gesamte Partie ernsthaft zu fordern.

SV Werder Bremen:

 Martens – Hamann, Danner, Sachau, Moelter – Schacher, Schröder, Bopp (33. Golebiewski), König (77. Goddard), Wilde – Timmermann (66. Mirbach)

FF USV Jena:

Ippensen – Löser (56. Seiler), Schiewe, Radtke, Brosius – Utes (71. Treml), Landeka – Percival, Lagaris, Beil (86. Heinze) – Schmutzler

Tore:

 0:1 Schiewe (24. FE)

0:2 Lagaris (40.)

1:2 Schacher (51.)

1:3 Radtke (66.)

1:4 Schmutzler (79.)

Gelbe Karten:

 Schacher / Schmutzler

Schiedsrichterin:

 Imke Lohmeyer (Holtland) mit Jacqueline Herrmann und Mareike Glensk

Zuschauer:

 146