«

»

Nov 24 2012

1. Bundesliga, 10. Spieltag: Wolfsburg gewinnt am Ende doch noch gegen Potsdam

VfL Wolfsburg – 1. FFC Turbine Potsdam 2:1 (0:1)

 

Text und Bilder von Sascha Heyer

Lange sah es so aus als würde Potsdam trotz großer Überlegenheit der „Wölfinnen“ Punkte aus Wolfsburg mit nehmen. Am Ende konnte sich der aktuelle Spitzenreiter aber doch gegen den amtierenden Meister durchsetzen.

 

Hoch überlegen gespielt, einen Rückstand aufgeholt und in den letzten Spielsekunden noch den Siegtreffer erzielt: Der Jubel der Wolfsburger Spielerinnen nach dem Spiel kannte keine Grenzen mehr!

 

Potsdams Trainer Bernd Schröder musste beim Spitzenspiel in Wolfsburg am Freitagabend auf insgesamt acht Spielerinnen verzichten. Darunter Leistungsträgerinnen wie Tabea Kemme, Natasa Andonova oder Jennifer Zietz. Folglich sah er sein Team schon vor dem Spiel in der Außenseiterrolle.

Die Gastgeberinnen waren dann auch tatsächlich das gesamte Spiel über optisch überlegen und erspielten sich eine Vielzahl von Chancen, die sie aber eine nach der anderen vergaben. Bereits nach fünf Minuten hatte Conny Pohlers die erste große Chance im Spiel, schoss aber übers Tor. Fünf Minuten später war es Alexandra Popp, die nach einer Flanke von Verena Faißt Potsdams Torhüterin Alyssa Naeher testete. Wieder Pohlers und Popp, aber auch Martina Müller und Nadine Keßler hatten weitere Gelegenheiten. Durch die mangelnde Chancenverwertung machte sich Wolfsburg  das Spiel selber schwer, und so  kam es dann wie es im Fußball häufig kommt und es stand kurz vor der Halbzeit 1:0 für die Gäste aus Potsdam. In der 44. Minute sprang der Ball nach einer Flanke von Jennifer Cramer nach einem Einwurf quer durch den Wolfsburger Strafraum und Lisa Evans konnte Wolfsburgs Torhüterin Alisa Vetterlein zum Führungstreffer überwinden. In Person von Conny Pohlers hatten die Gastgeberinnen noch vor dem Halbzeitpfiff die Möglichkeit das Spiel wieder zu drehen, aber irgendwie bekam man das Gefühl, dass der Ball heute nicht ins Tor der Gäste wollte.

 

Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gastgeberinnen spielbestimmend. Potsdams Trainer sprach nach dem Spiel davon, dass seine Mannschaft aufgrund der Ausfälle heute nur reagieren, nicht jedoch agieren konnte. Als Beleg hierfür nannte er auch die Einwechslung von Sandra Starke aus der 2. Mannschaft bzw. „Kindergartenmannschaft“ wie er sie nannte. Während die Gäste also auf Verteidigung der knappen Führung bedacht waren, hielt der Wolfsburger Sturmlauf an und so kam es zu weiteren Chancen durch Martina Müller und Alexandra Popp. Selbst vom Elfmeterpunkt wollte der Ball heute nicht ins Tor der starken US-Amerikanerin Alyssa Naeher, die heute ganz klar beste Potsdamer Spielerin war. So hielt Naeher auch einen von Lena Goeßling getretenen Strafstoß,  nachdem Zsanett Jakabfi im Strafraum von Jeannette Yango gefoult worden war. Die erst  zur Halbzeit eingewechselte Kamerunerin musste aufgrund der damit verbundenen gelb-roten Karte (sie hatte einige Minuten vorher schon einmal gelb gesehen) den Platz wieder verlassen.

Ralf Kellermann fand nach dem Spiel vor allem für die Einstellung seiner Mannschaft lobende Worte. “Spätestens nach dem verschossenen Elfmeter hätten viele Mannschaften das Spiel wohl abgehakt”, meinte Kellermann. Nicht so seine „Wölfinnen“. Diese spielten weiter und wurden in der 82. Minute dann doch noch belohnt. Kapitänin Nadine Keßler besorgte mit einem wuchtigen Schuss nach starker Ballannahme den Ausgleichstreffer. Weitere Chancen zur Führung für die Gastgeber folgten. Den verdienten Sieg erköpfte dann ebenfalls Nadine Keßler in der 4. Minute der Nachspielzeit nach einer Ecke von Zsanett Jakabfi.

Dank des Sieges konnte Wolfsburg nun den Vorsprung an der Tabellenspitze ausbauen, hat nun aber drei Auswärtsspiele vor sich. Der Tabellenzweite aus Potsdam erwartet am kommenden Wochenende den FSV Gütersloh.

 

VfL Wolfsburg: A. Vetterlein – Wensing, Henning, Goeßling, Faißt – Müller (71. Blässe), Keßler, Odebrecht, Popp (90. Hartmann) – Jakabfi, Pohlers (82. Magull)

1.  FFC Turbine Potsdam: Naeher – Jaques, Draws, Singer – Cramer (46. Yango), Doorsoun-Khajeh, Winters (79. Starke), Göransson – Evans, Anonma (68. Mirlach), Ogimi

Tore: 0:1 Evans (44.), 1:1 + 2:1 Keßler (82./90. + 4)

Gelbe Karten: Cramer, Ogimi, Yango, Anonma

Gelb-Rote Karte: Yango (76.)

Zuschauer: 3.069

Schiedsrichterin: Christine Baitinger mit Katrin Rafalski und Marina Wozniak