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Dez 03 2012

1.Bundeslig, 11. Spieltag: Neuenahr stellt Wolfsburg ein Bein und ergattert einen Punkt

SC 07 Bad Neuenahr – VfL Wolfsburg 2:2 (1:1)

 

Text: Sandra Kunschke, Fotos: Guido Kölzer

Der Winter hat Einzug gehalten in den deutschen Stadien. Bei kalten Temperaturen hatte der SC 07 Bad Neuenahr den aktuellen Tabellenführer den VfL Wolfsburg zu Gast. Entgegen mancher Vermutung entwickelte sich ein sehenswertes Spiel, mit guten Möglichkeiten auf beiden Seiten. Unter dem Strich sahen die gerade mal 420 Zuschauer eine gerechte Punkteteilung.

 

Motiviert bis in die Haarspitzen zeigten sich die Kurstädterinnen kurz vor Anpfiff.

 

Jessica Bade, Conny PohlersBad Neuenahr musste auf Aylin Yaren verzichten, die an einer Oberschenkelverletzung laboriert. Die Gäste aus der Autostadt mussten hingegen auf Trainer Ralf Kellermann verzichten, der mit einer Erkältung das Bett hütete, ihn vertrat Co-Trainer Mark Oliver Stricker. Das Spiel begann wie so viele angenommen hatten. Wolfsburg lässt den Ball schön laufen und hat von Beginn an die Feldüberlegenheit. Bad Neuenahr agiert sehr unkonzentriert, vielleicht auch nervös. So hatten die Wölfinnen nach wenigen Minuten bereits die erste gute Möglichkeit durch Nationalspielerin Verena Faißt. Dann kam das auf Seiten des SC 07 so gefürchtete frühe Tor für den VfL. Nach einer Flanke von links durch Faißt köpft Alexandra Popp ungehindert ein (8.). Wolfsburg legt nach: Flanke Luisa Wensing und Popp haut das Leder mit einer Direktabnahme übers Tor. Man muss sagen, dass der SC 07 es dem VfL zu diesem Zeitpunkt mehr als leicht machte, was die Gäste natürlich nutzten und eine klasse Vorstellung ihrerseits zeigten. Almuth Schult bekam in den ersten 20 Minuten wirklich eine Menge zu tun. Und die nächste Möglichkeit, Conny Pohlers zieht volle Kanone ab, Schult konnte das Spielgerät noch zur Ecke klären. Neuenahr konnte sich nicht aus der eigenen Hälfte befreien.

Célia Okoyino da MbabiDie Kurstädterinnen kamen mir vor wie eine Jugendmannschaft, nach dem Motto „bloß weg mit dem Ball“ wurde das Spielgerät doch einfach blind nach vorne gedroschen. Die Wolfsburger Führung geht voll in Ordnung. Wenn der SC 07 mal die Gelegenheit hatte einen Konter zu bringen wurden die Bälle zu leicht hergeschenkt. Dann die 26. Spielminute, der Ball kam glücklich zu Sarah Gregorius, die eiskalt zum 1:1 einnetzte. Für die Neuseeländerin war das der erste Saisontreffer. Das gab den Kurstädterinnen Aufwind. Nur eine Minute später schob Celia Okoyino da Mbabi aus fast der gleichen Position wie Gregorius das Leder nur knapp am Kasten vorbei. Das spiegelte den Spielverlauf definitiv nicht wieder! Eine halbe Stunde war gespielt und der Sport Club spielte nun gut und offensiv mit, Schult konnte in ihrem Kasten erst einmal durchatmen. Wolfsburg wirkte durch den Ausgleich nun doch recht verunsichert. Dann wiedermal Celia Okoyino da Mbabi, die Josephine Henning einfach stehen ließ und ungehindert auf das Tor von Alisa Vetterlein zu stürmte. Traf aber nur den linken Pfosten, so eine 100 prozentige Chance muss man einfach machen! Der VfL war nun vollkommen aus dem Konzept und Neuenahr zurück im Spiel. Das 1:1 war durchaus gerecht, da die Mädels von Colin Bell sogar die besseren Chancen hatten. So ging es dann erst mal in die Pause.

Die zweite Spielhälfte begann erneut schwungvoll. Nadine Keßler schoss nur knapp übers Tor. Beim nächsten Angriff der Wölfinnen prallten Jessica Bade und Alex Popp zusammen. Nach längerer Behandlung konnte Popp weiter spielen. Bade konnte nicht weiter machen. Sie fiel unglücklich auf ihren linken Arm, nach der ersten Diagnose liegt keine Fraktur vor! FanSoccer wünscht gute Besserung. Für Jessi Bade kam die 16-jährige Rebecca Knaak ins Spiel. Mit diesem Schachzug bewies Bell ein sehr glückliches Händchen. Knaak setzte nur zwei Minuten nach ihrer Einwechslung Celia mit einem schönen Heber in Szene, die unhaltbar für Vetterlein das 2:1 erzielte. Dann ein schön vorgetragener Angriff des VfL, Pohlers legte mit dem Außenriss auf Viola Odebrecht ab und Almuth Schult verhinderte mit einer Glanzparade den Ausgleich. Doch die Situation war noch nicht entschärft, über Faißt kam dar Ball zu Zsanett Jakabfi, die von der Strafraumgrenze links unten ins Tor traf (61.). Direkt im Anschluss kam Nadine Keßler durch Anja Selensky im Neuenahrer Strafraum zu Fall – Elfmeter. Verteidigerin Verena Faißt trat gegen Almuth Schult an, zielte nicht genau genug und schoss am Tor vorbei.

Almuth SchultDann hatte Gregorius wieder eine Möglichkeit für den SC07. Auch Jakabfi auf Seiten des VfL probierte es nochmals von der Strafraumgrenze aus. Freistoß Neuenahr – Laura Störzel brachte den Ball gut in den Strafraum, jedoch wurde abgepfiffen da Vetterlein angegangen wurde. Dann Ecke Wolfsburg, kurz ausgeführt und Alex Popp zog an Knaak vorbei ihre Hereingabe eng vor das Tor der Neuenahrerinnen war neben dem vergebenen Elfmeter wohl die beste Gelegenheit zur Führung. Der VfL warf nun alles nach vorn, der SC07 verteidigte sich mit Mann und Maus konnte aber vereinzelte Akzente nach vorn setzen. So Leonie Maier, aus der Distanz, hatte es so doch auch gegen den FC Bayern München geklappt. Dann noch mal Popp, nach einem Freistoß köpfte sie links am Pfosten vorbei. Nach zwei Minuten Zugabe beendete die Unparteiische Marija Kurtes das Spiel. Trotz der Punkteteilung ist der VfL Wolfsburg Herbstmeister! Der SC 07 Bad Neuenahr konnte die herbe Niederlage der vergangenen Woche gegen Frankfurt wieder gut machen.

Stimmen zum Spiel:

Mark Oliver Stricker: „Wir haben sehr gut angefangen, hätten nach dem 1:0 aber das zweite Tor nachlegen müssen. Hätten wir das getan, dann wäre das Spiel sicher anders verlaufen. Bad Neuenahr hat sich diesen Punkt redlich verdient. Sie haben nicht nur verteidigt, sondern versucht aktiv an diesem Spiel teilzunehmen.“

Colin Bell war stolz auf seine Mannschaft: „Ich bin richtig fertig. Was meine Mädels heute geleistet haben, nötigt mir den größten Respekt ab. Unterstützt von einem tollen Publikum haben wir die beste Mannschaft in Deutschland am Rande einer Niederlage gehabt.“

Celia Okoyino da Mbabi: „Wir wollten eine Reaktion zeigen auf das Spiel in Frankfurt und das ist uns gelungen. Nach der frühen Führung der Wolfsburgerinnen sind wir zurückgekommen und konnten am Ende das 2:2 halten.“

SC 07 Bad Neuenahr:

Schult – Hornberg, Sterzel, Kuznik, Maier – Bade (51. Knaak), Na. Rolser, Selensky – Ni. Rolser, Gregorius – Okoyino da Mbabi

VfL Wolfsburg:

Vetterlein – Wensing, Henning (63. Hartmann), Goeßling, Faißt – Jakabfi, Odebrecht, Keßler, Müller (89. Bunte) – Popp, Pohlers (76. Magull)

Tore:

0:1 Popp (8.)

1:1 Gregorius (26.)

2:1 Okoyino da Mbabi (53.)

2:2 Jakabfi (61.)

Gelbe Karten:

Bade, Maier – Goeßling, Keßler, Popp

Besonderes Vorkommnis: Verena Faißt verschießt Foulelfmeter (62.)

Schiedsrichter:

Marija Kurtes (Düsseldorf)

Zuschauer:

420