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Dez 06 2012

1. Bundesliga, 11. Spieltag: Erster Bundesliga-Sieg gegen Duisburg!

FF USV Jena – FCR 2001 Duisburg 2:1 (1:0)

 

Bericht von Steffen Langbein, Bilder von Holger Peterlein

Ungewohnte Vorzeichen bei diesem Duell. In den letzten Jahren gab es meist ein gehöriges Punktepolster zwischen beiden Teams, Duisburg spielte um die Medaillen mit, Jena gegen den Abstieg. Diesmal herrschte Punktgleichheit vor dem letzten Hinrunden-Spieltag mit Torplus für Duisburg.

Jubel der Spielerinnen des USV nach dem gelungenen Sieg

Jubel der Spielerinnen des USV nach dem gelungenen Sieg

Ippensen, Schiewe, MartensIn den ersten Minuten zeigten die Duisburgerinnen auch gleich, dass sie vor dem Konkurrenten aus Jena bleiben wollten. Die Gäste störten früh, zwangen den USV zu Fehlern schon in der eigenen Hälfte. Die erste gefährliche Situation vor dem Jenaer Tor klärte Carolin Schiewe, die eine Hereingabe von Jennifer Oster am kurzen Pfosten zur Ecke abwehrte (10.). Auf der Gegenseite sorgte die mit aufgerückte Laura Brosius mit ihrem 20-Meter-Schuss, der allerdings in Abwehrbeinen hängen blieb, für erste Torgefahr (12.). Sonst kam bisher bei Jena nicht viel vorn an, das besserte sich nach etwa einer Viertelstunde Spielzeit etwas. Susann Utes verpasste eine gute Schusschance am Sechzehner, spielte statt dessen auf die im Abseits befindliche Ria Percival (19.). Hinten sorgte Torfrau Franziska Ippensen für eine Schrecksekunde in den eigenen Reihen. Ihr verunglückter Pass landete bei Oster, nach hinten laufend rutschte Jena`s Keeperin noch aus, konnte aber dann doch mit Fußabwehr klären, auch, weil Duisburgs Angreiferin etwas zu lange zögerte (23.). Lieke Martens`Flanke pflückte sie dann aber wieder sicher aus der Luft (25.). Ihr Problem mit Eckbällen hatte derweil Karoline Heinze, sie setzte schon zum zweiten Mal eine von links gleich wieder ans Außennetz (34.). Viel war nicht los in der ersten Hälfte, alle schienen schon in der Kabine zu sein, da schlug das Neuseeland-Duo zu. Ria Percival flankte von rechts in die Mitte, wo Amber Hearn im Flug den Ball mit dem Kopf streifte, der ins lange Eck zum 1:0 einschlug (45.) – dann war Pause.

 

Maike Kämper

Nach dem Wechsel wollte Jena gleich nachwaschen. Schiewe mit Fernschuss ging noch übers Tor (48.). Beim Versuch von Iva Landeka
musste Meike Kämper schon eingreifen (53.). Im Gegenzug sorgte die eingewechselte Daria Streng für Gefahr, dribbelte sich in den Torraum, Ippensen war aber im kurzen Eck auf der Hut (54.). Wenig später musste sie sich aber geschlagen geben, als Mandy Islacker nach Vorarbeit von Martens über rechts erfolgreich war zum 1:1 (56.). Duisburg war nun präsenter vor dem Tor der Gastgeber, auch durch den frischen Wind von Streng, die schon wieder durch den Jenaer Strafraum dribbelte (58.). Islacker kam dann ziemlich frei zum Kopfball, konnte aber Jena`s Keeperin nicht überwinden (59.). Für Jena sorgte Kathleen Radtke wieder mal für etwas Entlastung, ihr satter Linksschuss wurde aber von Kämper toll pariert (68.).

 

Karoline HeinzeDas entscheidende Tor war in seiner Entstehung etwas kurios. Einem langen Ball aus dem Jenaer Mittelfeld stürmten FCR-Keeperin Kämper, zwei Duisburger Verteidigerinnen und eine Jenaer Spielerin entgegen und gerieten am Strafraum irgendwie aneinander. Aus diesem Spielerknäuel sprang der Ball, hoppelte die Strafraumlinie entlang der gerade eingewechselten Sabrina Schmutzler vor die Füße. Die schien erst etwas verdutzt, lief noch ein paar Schritte Richtung des verwaisten Duisburger Tores und schob zur 2:1-Führung für die Gastgeberinnen ein (73.). Letzte Woche schoss Mario Gomez vom FC Bayern nur 27 Sekunden nach seiner Einwechslung ein Blitztor, bei der Jenaer Kickerin dauerte es auch nicht länger.

Jena hatte nun Chancen, das Spiel zu entscheiden. Percival`s Schuss wurde pariert (77.), bei Hearn`s Schuss stand der Pfosten im Weg (78.). So mussten die Thüringerinnen bis zum Schluss zittern. Duisburg drückte in der Schlussphase nach vorn, die besten Chancen hatte Martens mit Fuß (89.) und Kopf (90.). Es blieb beim knappen aber verdienten Sieg der Thüringerinnen. Somit tauschten beide Mannschaften die Plätze und Jena startet nun mit drei Punkten vor dem FCR in die Rückrunde. Duisburg musste ohne Punkte die lange Heimreise antreten, und das auch noch bei direkt nach dem Spiel beginnendem Schneefall.

 

Trainerstimmen:

Daniel Kraus im Gespräch mit Co-Trainerin Katja GreulichPetra Hauser: „Wie so oft in dieser Saison machen wir zu viele unnötige Fehler und laden die Gegner zum Tore schießen ein, auch heute. Spielerisch war es nicht das, was wir uns vorgenommen hatten. Zum unpassendsten Zeitpunkt geraten wir in Rückstand. Das wir ausgleichen konnten, war gut. Dann wollten wir das Spiel noch gewinnen, das ging aber nach hinten los.“

Daniel Kraus: „Ich habe vor dem Spiel gesagt, es wird ein Schlüsselspiel, entweder wir rutschen hinten rein oder behalten den bisher erarbeiteten Platz. In der ersten Hälfte hatten wir zu viele Ballverluste. Das 1:0 war zu dem Zeitpunkt glücklich, der Ausgleich war unnötig. Beide wollten dann gewinnen, das machte es spannend. Beim zweiten Tor hatten wir dann auch etwas Glück. Dann haben wir mit großem Kampf den Sieg verteidigt. Mit 14 Punkten haben wir eine sehr, sehr ordentliche Hinrunde gespielt. Beste Genesungswünsche möchte ich hier noch loswerden für den erkrankten Gäste-Coach Marco Ketelaer.“

 

FF USV Jena:

Ippensen, Brosius, Schiewe, Radtke, Percival, Utes, Lagaris (63. Schmutzler), Seiler, Landeka, Heinze (76. Beil), Hearn

FCR 2001 Duisburg:

Kämper, Weichelt (80. Cengiz), Neboli, Jacome Silva, Himmighofen, Oster (71. Reed), Ando, Barbara Müller (46. Streng), Islacker, Nicole Banecki , Martens

Tore:

1:0 Hearn (45.)

1:1 Islacker (56.)

2:1 Schmutzler (73.)

Gelbe Karten:

Lagaris (40.) / Jacome Silva (28.), Weichelt (65.)

Schiedsrichterinnen:

Sandra Blumenthal (Pritzwalk) mit Katia Kobelt und Katharina Kruse

Zuschauer:

310