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Dez 17 2012

DFB-Pokal, Viertelfinale: FC Bayern hat keine Probleme in Hoffenheim

TSG 1899 Hoffenheim – FC Bayern München 1:5 (0:3)

 

Text von Tom Schlimme, Bilder von Herbert Heid

 

Der FC Bayern München bleibt als Titelverteidiger im DFB-Pokal ungeschlagen und steht zum vierten Mal hintereinander im Halbfinale. Dabei stellte der Aufstiegsaspirant aus der 2. Liga Süd, die TSG Hoffenheim, keine allzu große Hürde beim Erreichen des Zieles dar.

 

So wie in dieser Szene war Sarah Hagen bei Kopfbällen von den Hoffenheimer Spielerinnen nicht zu bremsen. Die US-Amerikanerin erzielte vier der fünf Bayern-Tore.

 

Die TSG war ohne die ehemalige Nationalspielerin Birgit Prinz angetreten. Die Abmachung mit ihr sehe vor, dass Prinz nur einspringe, wenn es aufgrund von Verletzungen im Kader sein müsse, und das sei heute nicht der Fall gewesen. Außerdem konnte Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann so die Gelegenheit nutzen, seine jungen Spielerinnen Erfahrung im Spiel gegen einen Erstligisten sammeln zu lassen. „Wir haben gesehen, wie viel Arbeit unsere jungen Spielerinnen im Training noch aufbringen müssen, um in der ersten Liga mitspielen zu können“, war der Schluss, den der Trainer aus dem Spiel für sein Team zog. Hoffenheim liegt derzeit mit vier Punkten Rückstand bei einem Spiel weniger hinter dem 1. FC Köln auf Platz 2 der Tabelle der 2. Bundesliga Süd und hat sich zur Winterpause mit der japanischen Weltmeisterin Mana Iwabuchi hochkarätige Verstärkung besorgt. Also schon ein Prüfstein für den Titelverteidiger aus München, gegen den Trainer Thomas Wörle auf das Team zurück greifen konnte, das auch in den jüngsten Spielen der Saison sehr erfolgreich gewesen war. Und der Lauf ging weiter. Das Spiel begann recht ausgeglichen, doch Bayern kam bereits in der siebten Minute zum Führungstreffer. Die im zentralen Mittelfeld zusammen mit Viktoria Schnaderbeck stark aufspielende erst 18-jährige Sarah Romert brachte einen Eckstoß gut in den Fünfmeterraum der Hoffenheimerinnen, wo sich die für ihre Kopfballstärke gefürchtete US-Amerikanerin Sarah Hagen wieder einmal am langen Pfosten gegen alle Gegnerinnen durchsetzte und lehrbuchmäßig einköpfen konnte.

 

Bayern drückte nun, Hoffenheim verteidigte in der eigenen Hälfte, ließ nicht viele Chancen zu. Erst in der 16. Minute war es wieder soweit, Laura Feiersinger kam nah am Hoffenheimer Tor artistisch zu einem Schuss, der nur knapp über das Tor ging. Doch nur eine Minute später war plötzlich Vanessa Bürki links durch und ließ Keeperin Anke Preuß mit einem gezielten Schuss keine Chance. Die Hoffenheimer Spielerinnen gaben nicht auf, kämpften tapfer, leisteten sich aber viel zu viele Fehler im Spielaufbau, so dass die Münchnerinnen immer wieder schnell den Ball erobern konnten. Spätestens an der Strafraumgrenze war fast immer Schluss für die Hoffenheimer Angriffe. Immerhin konnte Trainer Ehrmann nach dem Spiel mit Recht feststellen, dass seine Spielerinnen sich weder vor dem eigenen Tor verbarrikadierten noch den Ball einfach nur planlos nach vorne schlugen. Sie wollten mitspielen, und auch wenn ihnen das nur selten gelang, blitzte manchmal doch kurz auf, dass auch diese Bayern-Elf bei schnellen Kombinationen verwundbar war. Aber letztlich dominierten die Gäste doch deutlich und wurden bereits in der 32. Minute mit dem 0:3 durch einen wahrscheinlich noch abgefälschten Flachschuss von Hagen nach Vorarbeit von Lena Lotzen belohnt. Damit war das Spiel praktisch entschieden, auch wenn Hoffenheim in der 42. Minute noch zur einzigen echten Chance der ersten Halbzeit kam, doch die durchgebrochene Susanne Hartel scheiterte im ein zu eins an der stark parierenden Bayern-Keeperin Kathrin Längert. So gab es in der Halbzeitpause schon kein Rätselraten mehr, wer ins Halbfinale einziehen würde.

 

Nach dem Seitenwechsel kam Bayern gleich zu weiteren Chancen, Gina Lewandowski, als linke Verteidigerin nicht ausgelastet und mit einigen Aktionen nach vorne, verzog. Hoffenheims Keeperin Anke Preuß bekam nun mehrmals Gelegenheit, sich auszuzeichnen, zweimal kurz hintereinander hielt sie harte Schüsse aus kurzer Entfernung. In der 55. Minute konnte Preuß wieder einen harten Schuss parieren, indem sie das kurze Eck gut zu machte und den Ball gerade so noch abklatschen konnte, diesmal aber unglücklich in die Mitte, wo Sarah Hagen lauerte und erneut erfolgreich abschloss. Nur vier Minuten später war es dann wieder Hagen, die mit dem 0:5 ihr viertes Tor an diesem Tag erzielen konnte.

 

Mit dieser hohen Führung im Rücken ließen die Münchnerinnen aber nun etwas nach, was Trainer Wörle hinterher in der Pressekonferenz mit dem Kräfteverschleiß aus den zurückliegenden harten Wochen erklärte. So kamen die nie aufsteckenden Hoffenheimerinnen noch zum Ehrentreffer, Hartel legte gut auf für Martina Moser, die zum 1:5 verkürzen konnte. Es blieb bei diesem Ergebnis, denn Preuß parierte noch stark gegen die eingewechselte Isabell Bachor, hielt einen Schuss von Lewandowski ebenso wie einen von Sarah Romert gut an der Mauer vorbei gezirkelten Freistoß.

 

Beide Trainer waren sich in der Pressekonferenz nach dem Spiel einig, dass der Sieg der Münchnerinnen absolut verdient war. Der Weg für die Bayern-Mädels zur Titelverteidigung bleibt also offen!

 

 

 

 

 

 

 

TSG 1899 Hoffenheim:

Preuß – Weiss, Giehl, Zinner (75. Appel), Pankratz – Eberhardt (56. Fühner), Breitner (56. Schlee), Schneider, Meissner – Moser, Hartel

 

FC Bayern München:

Längert – Huyleur, Wenninger, Cross, Lewandowski – Feiersinger (56. Banecki), Schnaderbeck, Romert, Bürki (58. Bachor) – Lotzen, Hagen (65. Rudelic)

 

Tore:

0:1 Hagen (7.)

0:2 Bürki (17.)

0:3 Hagen (32.)

0:4 Hagen (55.)

0:5 Hagen (59,)

1:5 Moser (62.)

 

Gelbe Karten: Zinner / -

Schiedsrichterin: Katrin Rafalski (Bad Zwesten) mit Ines Appelmann und Fabienne Michel

Zuschauer: 380