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Dez 19 2012

4. Seat-Wintercup: Jedes Jahr ein anderer Sieger

VfL Bochum siegt beim 4. Seat-Wintercup

 

Bericht und Bilder: Dietmar Haß 

Seit 2009 wird im niedersächsischen Brake ein Hallenturnier für B-Juniorinnen veranstaltet: der Seat-Wintercup. Noch nie war das Teilnehmerfeld so groß und hochkarätig besetzt wie in diesem Jahr. In den vergangenen drei Jahren nahmen stets zwölf Teams daran teil. Diesmal wuchs die Zahl der Teilnehmer auf fünfzehn an und mit dem 1. FFC Turbine Potsdam, dem SV Meppen, Werder Bremen, dem VfL Wolfsburg, dem Herforder und dem VfL Bochum konnte Organisator Michael Rockel in diesem Jahr sechs B-Juniorinnen-Bundesligisten für dieses Turnier gewinnen. 

 

VFL Bochum U17-Juniorinnen

So sehen Sieger aus: die Spielerinnen des VFL Bochum freuen sich mit dem Trainerteam über den Sieg beim 4. Seat-Wintercup.

 

Sabrina GesellWährend Werder Bremen schon beim ersten Seat-Wintercup dabei war und auch der VfL Wolfsburg bereits drei Mal teilnahm, war es für die Teams vom 1. FFC Turbine Potsdam, dem SV Meppen, dem VfL Bochum und dem Herforder SV die erste Teilnahme beim Hallenturnier des SV Brake. Daneben waren noch der BV Cloppenburg, der FC Ohmstede, der OSC Bremerhaven, Arminia Bielefeld, der PSV GW Hildesheim und Arminia Ibbenbüren in diesem Jahr dabei. Die U15-Auswahl des Bremer Fußballverbands (BFV) trat mit zwei Teams an, nachdem der FC St. Pauli abgesagt hatte, und die B-Juniorinnen des SV Brake komplettierte das Teilnehmerfeld.

Nachdem 2010 der in Brake geborene Ex-Torhüter vom FSV Mainz 05, Dimo Wache, und 2011 der UN-Sonderbotschafter für Sport und ehemalige Werder-Manager Willi Lemke die Schirmherrschaft für dieses Turnier übernommen hatten, war diese Aufgabe in diesem Jahr an Björn Thümler, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU im Niedersächsischen Landtag gefallen, der auch die Pokale stiftete. Nach einer kurzen Eröffnungsrede ging es zügig mit dem Turnier los.

Kerryn Heise In der Vorrunde wurden in drei Fünfergruppen die acht Teilnehmer für die Zwischenrunde ermittelt werden. In der Gruppe A setzte sich fast erwartungsgemäß der 1. FFC Turbine Potsdam durch, der alle seine vier Gruppenspiele gewinnen konnte. Den zweiten Platz sicherte sich der SV Meppen vor dem OSC Bremerhaven, der als zweitbester Gruppendritter in die Zwischenrunde einzog, während der FC Ohmstede und der BV Cloppenburg, der dem SV Meppen immerhin ein 0:0 abtrotzte, nach der Vorrunde ausschieden. In der Gruppe B marschierte Werder Bremen mit vier Siegen aus vier Spielen in die Zwischenrunde. Als Zweiter qualifizierte sich der Herforder SV, während die jüngere U15-Auswahl des BFV nur knapp den Einzug in die Zwischenrunde verpasste. Für Arminia Bielefeld und dem SV Brake war nach der Vorrunde das Turnier vorbei. In der Gruppe C setzte sich die U15-Auswahl des BFV als Gruppensieger durch, musste dabei ein Remis gegen den letztjährigen Turnierdritten Arminia Ibbenbüren hinnehmen, für den das Turnier in diesem Jahr aber nach der Vorrunde beendet war. Zweiter hinter der BFV-Auswahl wurde der VfL Bochum. Für den Vorjahressieger VfL Wolfsburg reichte der dritte Platz in der Tabelle für den Einzug in die Zwischenrunde, während der PSV GW Hildesheim das Schlusslicht der Tabelle in dieser Gruppe war.

Theresa Baum; Juliane Stecking Alle sechs Bundesligisten hatten sich somit für die Zwischenrunde qualifiziert. Doch auch  die U15-Auswahl des BFV war in dem Achterfeld nicht zu unterschätzen, wie die Siege über den VfL Wolfsburg und dem VfL Bochum zeigten, während die B-Juniorinnen des OSC Bremerhavens nur Außenseiter waren. In zwei Viergruppen wurden nun die Teilnehmer für das Finale und das Spiel um Platz 3 ausgespielt. In der Gruppe D galt der 1. FFC Turbine Potsdam als Favorit. Doch im ersten Spiel gegen den Herforder SV gab es nur ein torloses Remis, bei dem die Potsdamerinnen sogar einen Strafstoß vergaben. In der Partie gegen den OSC Bremerhaven, der sich achtbar schlug, lagen die Brandenburgerinnen sogar 0:1 zurück, bevor sie noch mit 4:1 gewannen. Gegen die BFV-Auswahl mussten sie jedoch eine 0:1 Niederlage hinnehmen, womit der 1.FFC Turbine Potsdam nur den dritten Platz in dieser Gruppe einnahm. Für die U15-Auswahl war dieser Sieg allerdings das Ticket für das kleine Finale. Zuvor hatten sie mit 0:1 gegen den Herforder SV verloren, der mit einem 2:0 Sieg über den OSC Bremerhaven ins Finale einzog.

In der anderen Gruppe war kein Favorit auf den Gruppensieg auszumachen. Werder hatte bis dahin ein gutes Turnier gespielt. Doch auch der VfL Bochum und der SV Meppen wussten in den Spielen zuvor durchaus zu gefallen. Der VfL Wolfsburg schien hingegen nicht unbedingt in der Verfassung für den Turniersieg zu sein. Ein Eindruck, der durch die Ergebnisse in der Zwischenrunde bestätigt wurde, denn die Wolfsburgerinnen verloren gegen Werder und dem VfL Bochum und trennten sich vom SV Meppen torlos. Auch der SV Meppen verlor die Partien gegen Werder und dem VfL Bochum und scheiterte somit in der Zwischenrunde. Sieger in dieser Gruppe wurde schließlich der VfL Bochum, der die  Begegnung gegen Werder Bremen mit 3:1 gewann und damit das Endspiel gegen den Herforder SV bestritt. Im kleinen Finale setzte sich zuvor aber die U15-Auswahl des  BFV mit 2:0 gegen Werder Bremen durch.

Bochum JubelIm Finale schien die Sache schnell klar, denn die Bochumerinnen führten nach nicht einmal neunzig Sekunden nach Toren von Tiana Kalamanda und Laura Buczkowski schon mit 2:0. Danach ließ der VfL Bochum gute Chancen für eine frühzeitige Entscheidung aus. Der Herforder SV kämpfte sich zurück ins Spiel und konnte durch Jill Eis rund fünf Minuten vor Ende der zehnminütigen Spielzeit auf 2:1 verkürzen, so dass es spannend blieb, bis ein Fehler der Herforderinnen im Spielaufbau von Hanna Lange in der letzten Minute zum 3:1 genutzt wurde. Somit konnte sich nach dem TuS Büppel (2009), der Bremer U15-Landesauswahl (2010) und dem VfL Wolfsburg (2011) in diesem Jahr der VfL Bochum in die Siegerliste des Seat-Wintercups eintragen.

Nach rund neun Stunden in der Braker Großsporthalle bleibt festzuhalten, dass die Schiedsrichterleistungen ordentlich waren und sich zum Glück – so weit bekannt – keine Spielerin ernsthaft verletzt hat, auch wenn die eine oder andere eine kleine Blessur aus dem Turnier mitnahm. Insgesamt war es wieder ein tolles Turnier, dass Michael Rockel mit seinem Team in diesem Jahr auf die Beine gestellt hat und man darf auf die fünfte Auflage im nächsten Jahr gespannt sein. 

 

Beste Spieler des Turniers: Elisa Senß (SV Meppen)

Beste Torhüterin des Turniers: Inga Schuldt (1. FFC Turbine Potsdam)

Beste Torschützin des Turniers: Sarah Guzmann (Werder Bremen) mit 5 Treffern

 

PokalübergabeInga SchuldtSarah Guzmann Bochum mit Pokal