«

»

Jan 20 2013

13. Gütersloher Hallenmasters:”Turbinchen” holen sich vierten Titel

Bericht und Fotos von Martin Meier

 

Die B-Juniorinnen des 1. FFC Turbine Potsdam haben sich beim zum mittlerweile dreizehnten Mal ausgetragenen Gütersloher Hallenmasters durch ein 2:1 im Finale gegen den 1. FC Nürnberg den vierten Titelgewinn gesichert. Unter den Augen von Bundestrainerin Anouschka Bernhard ließen sich die “Turbinchen” auch nicht von der zwischenzeitlichen 1:0 Führung der Fränkinnen aus ihrem Spielsystem bringen und durften am Ende letztenendes verdient die Siegertrophäe in die Luft stemmen. Ansonsten kann das wieder einmal perfekt organisierte Turnier, bei dem über drei Tage Hallenfußball mit allen Facetten geboten wurde, als voller Erfolg gewertet werden, auch wenn der Gastgeber den langersehnten Traum vom ersten Turniersieg der Vereinsgeschichte vor heimischem Publikum wieder nicht realisieren konnte.

 

turbine-titel

Sieger des 13. Gütersloher Hallenmasters – Der 1. FFC Turbine Potsdam

 

Es war wie jedes Jahr um diese Jahreszeit in Ostwestfalen: Der FSV Gütersloh 2009 hatte zum großen, fußballerischen Budenzauber in die Sporthalle des Schulzentrums Ost geladen und viele Mannschaften waren dem Ruf gefolgt. Sogar so viele, dass erneut im Vorfeld ein Qualifikationsturnier ausgetragen werden musste, aus dem die Teams des SV Meppen und die DJK Schlichthorst sich als Erst- und Zweitplatzierte für das Hauptturnier qualifizieren konnten. Letztgenanntem Niedersachsenligist war es dann auch vorbehalten, in der zweiten Turnierpartie gegen den 1. FC Saarbrücken, derzeit immerhin Zweitplatzierter der B-Juniorinnen Bundesliga West/Südwest für das erste Ausrufezeichen der Veranstaltung zu sorgen. Mit sage und schreibe 0:4 zogen die Saarländerinnen den Kürzeren, wobei sich sowohl bei der DJK wie beim SV Meppen das bereits absolvierte Qualifikationsturnier als Pluspunkt herausstellen sollte. Dies bekam ebenfalls Süd-Bundesligist SC Freiburg am eigenen Leib zu spüren, als er im Aufeinandertreffen mit den Emsländerinnen mit 1:3 unterlag.

Jana KrystekAuch am zweiten Turniertag lohnte sich ein frühes Aufstehen, denn die zeitig angereisten Besucher wurden Zeuge eines denkwürdigen Spiels, in dem der dreifache Cupgewinner 1. FFC Turbine Potsdam gegen den Westfalenligist FC Rhade eine schmerzliche 2:3 Niederlage einstecken musste. Im Aufeinandertreffen von Routine gegen pure Spielfreude gingen die Niedersachsen überraschend in Front, ließen sich in der Folge auch durch die vorübergehende 2:1 Führung der Turbinen nicht von der Rolle bringen und brachten die Partie mit 2 weiteren, sehenswerten Treffern in der Schlussphase mit 2:3 nach Hause. Dies wiederum versetzte die Potsdamerinnen in die höchst unangenehme Ausgangssituation, das letzte Gruppenspiel gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig keinesfalls verlieren zu dürfen. Letztenendes verhinderte ein mageres 1:1 gegen Leipzig und das dadurch resultierende bessere Torverhältnis gegenüber den Sachsen die große Sensation und das zeitige Platzen des Traumes vom vierten Cuperfolg für den 1. FFC Turbine Potsdam.

Die beiden Teams des Veranstalters hielten sich derweil schadlos und sowohl Gütersloh I wie auch Gütersloh II zogen ohne größere Probleme in die Zwischenrunde A2 ein, in der es am frühen Samstag Nachmittag bereits zum großen Duell mit den Potsdamerinnen kam. Das Team von Christian-Franz Pohlmann verzeichnete in diesem Aufeinandertreffen die größeren Spielanteile, ging verdient mit 1:0 in Führung, musste aber in der Folge den Ausgleich kassieren. Als die Zuschauer sich bereits mit einem Unentschieden abgefunden hatten, verdarb Turbine Potsdam mit dem 1:2 kurz vor dem Ende allerdings die gute Stimmung auf den Rängen. Eine weitere Niederlage ausgerechnet im Ostwestfalenderby gegen den Herforder SV, bei dem auf Gütersloher Seite nicht nur wiederum eine 1:0 Führung verspielt, sondern sogar noch ein Strafstoß vergeben wurde, bildete dann das Ende der Titelhoffnungen des FSV Gütersloh I.

Gütersloh - HerfordDie zweite Garnitur sprang dafür allerdings in die Bresche und sicherte sich dank des besseren Torverhältnisses im Vergleich zu den Kieler Störchen den 2. Platz in der Zwischenrundengruppe A2 und damit die Halbfinalteilnahme. Hier wartete zur allgemeinen Freude mal wieder der 1. FFC Turbine Potsdam, der sich bei Punkt und Torgleichheit in einem Neunmeterschießen gegen den Herforder SV den Gruppensieg in der A1 Gruppe holte. In besagtem Shootout avancierte die gerade mal 14 jährige Potsdamerin Vanessa Fischer zur entscheidenden Figur, in dem sie mehrere Neunmeter parierte. Eine Tatsache, die sich im späteren Turnierverlauf noch als Vorteil erweisen sollte. Relativ dominant und ohne Niederlage sicherte sich der 1. FC Nürnberg seinen Platz im Halbfinale. Der Süd-Bundesligist und amtierende Bayrische Hallenmeister überzeugte während des kompletten Turnierverlaufs mit einer kontrollierten und vorallem defensiv sehr souveränen Spielweise und mauserte sich so von Spiel zu Spiel zum Turnierfavoriten. Das änderte sich auch im ersten Halbfinale nicht, als die Club-Mädels den Herforder SV klar mit 0:2 distanzierten.

Das Halbfinale zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam und dem FSV Gütersloh 2009 II begann sprichwörtlich mit einem Paukenschlag bzw. mit einem Leckerbissen: Turbine Spielerin Louise Ringsing hämmerte das Spielgerät vom Anstoßpunkt mit dem Anpfiff mit einem Strahl von Schuss vorbei an der verdutzten FSV Torfrau Marie Berwinkel-Kottmann zum vermeintlichen 1:0 in die Maschen, jedoch wurde diesem Treffer, der zu hitzigen Diskussionen auf und abseits des Platzes animierte, die Anerkennung verwehrt. Beleuchtet man diesen Streitfall gemäß den aktuellen FLVW Bestimmungen für Hallenfußballspiele (Stand: März 2011), so ist eine derartige Situation hier nicht erwähnt. Andere Verände, wie z.B. der FVN lassen in ihren Richtlinien für Fußballspiele in der Halle hierzu wissen: “…Aus der eigenen Spielhälfte und aus einem Anstoß kann ein Tor direkt erzielt werden…”, wonach anfürsich keine Notwendigkeit bestanden hätte, diesem ganz besonderen Treffer die Anerkennung zu verwehren.

Vanessa FischerDie auf hohem Niveau geführte Begegnung endete nach regulärer Spielzeit Unentschieden, so dass beide Teams zum Strafstoßpunkt schritten. Auch hier zeichnete sich erstmal für beide Kontrahenten kein Vorteil ab, bevor wieder mal die Stunde von Vanessa Fischer im Turbine Tor schlug. Sie parierte den entscheidenden Neunmeter und ebnete ihrem Team so den Weg ins Finale.

Stadionatmosphäre herrschte im Sportzentrum Ost während des Finals und akustisch waren die Fränkinnen hörbar im Vorteil. Vielleicht legten Letztere auch genau deswegen los, wie die Feuerwehr und ließen die leicht verwunderten Potsdamerinnen überhaupt nicht zum Zug kommen. Logische Schlussfolgerung war dann auch die 1:0 Führung für den FCN, für die sich Ines Wenninger verantwortlich zeigte. Potsdam brauchte 2 Minuten, um diesen Rückstand zu verarbeiten und antwortete mit einem sehenswerten Distanzschußtor, bei dem Paula Kubusch das Leder nahezu von der Mittellinie aus in den linken, oberen Torwinkel zimmerte. Das sollte sich als probates MIttel gegen den FCN erweisen, denn die Nürnberger Defensive hatte in lediglich 2 der bis dato absolvierten 8 Begegnungen überhaupt einen Gegentreffer zugelassen.

Chancenlos war man allerdings beim 2:1 der Turbinen, den Anna-Sophie Fliege in der 7. Minute mit dem Glück der Tüchtigen ebenfalls aus der Langdistanz mit wuchtigem Schuss in die Nürnberger Maschen setzte. Nun zahlte sich die Routine des Turnierfavoriten aus, der das Ergebnis nun taktisch klug über die Zeit rettete. Während der Jubel bei den Potsdamer-Spielerinnen nach der Schlusssirene natürlich keine Grenzen kannte und sich blitzartig ein buntes Turbine-Knäuel auf dem Hallenboden bildete, war beim Turnierzweiten aus Nürnberg die Enttäuschung über die Finalniederlage schnell gewichen. Man feierte mit dem Publikum den tollen, zweiten Platz und die Tatsache, dass mit Leonie Vogel auch noch eine Akteurin aus den eigenen Reihen zur Spielerin des Turniers gewählt wurde.

Ceyda KötekSC Kriens

 

Stimmen zum Turnier:

Stefan Schulz (Trainer 1. FFC Turbine Potsdam): “Wir sind mit einem blauen Auge durch die Vorrunde gerade so in die A Runde gekommen und dann hat sich die Mannschaft gesteigert. Wir haben mit 2 Viererketten aus Abwehr und Mittelfeld gespielt, da meine Stürmerinnen auf anderen Turnieren unterwegs waren, so dass meine Spielerinnen sich erstmal finden mussten und das haben sie gerade heute super gemacht. Mein Kompliment, mit welcher Nervenstärke wir hier aufgetreten sind, gerade bei einigen Dingen, die gegen uns gesprochen haben.”

 

Angel Theiß, Vanessa Fischer, Leonie VogelHerausragende Spielerinnen:

Beste Spielerin: Leonie Vogel (1. FC Nürnberg)

Beste Torschützin: Angel Theiß (FSV Gütersloh 2009)

Beste Torhüterin: Vanessa Fischer (1. FFC Turbine Potsdam)

 

Platzierungen A- Turnier:

1. Platz 1. FFC Turbine Potsdam

2. Platz 1. FC Nürnberg

3. Platz FSV Gütersloh 2009 II

4. Platz Herforder SV

5. Platz FSV Gütersloh 2009 I

 

Platzierungen B- Turnier:

1. Platz SC 07 Bad Neuenahr

2. Platz 1. FC Saarbrücken

3. Platz 1. FC Lokomotive Leipzig

4. Platz SC Kriens

5. Platz Bayer 04 Leverkusen

 

Weitere Fotos findet ihr unter: www.martinmeier.eu