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Mrz 21 2013

Champions League, Viertelfinale, Hinspiel: Knapper Sieg wird zur gefühlten Niederlage

VfL Wolfsburg – FK Rossiyanka 2:1 (2:0)

 

Text und Bilder von Sascha Heyer

Im Heimspiel gegen den russischen Meister FC Rossiyanka galt es für die Frauen des VfL Wolfsburg eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche zu schaffen. Witterungsbedingt wurde die Partie in der Volkswagen Arena ausgetragen. Dies lockte insgesamt 1.971 Zuschauer an, die zumindest in der ersten Halbzeit auch eine gute Partie geboten bekamen.

 

Großer Europapokalabend in Wolfsburg – Aufgrund der Witterungsbedingungen wurde in der Volkswagen Arena gespielt

 

Bereits in der Anfangsphase machten die Wölfinnen deutlich, dass sie sich auch im neuen zu Hause wohl fühlten. In der 2. Spielminute hatte Alexandra Popp bereits das 1:0 auf dem Fuß, vergab aber knapp. Nur wenige Minuten später machte sie es dann besser. Ein Pass von Lena Goeßling landete über Luisa Wensing bei Alexandra Popp, die eiskalt zum Führungstreffer verwandelte. Auch den weiteren Spielverlauf bestimmten die Gastgeberinnen und hatten durch Alexandra Popp immer mal wieder die Möglichkeit zu erhöhen. Dass auch die Gäste aus Russland mit spielten zeigte sich nach gut 25 Minuten. Alissa Vetterlein war aber gegen Anna Cholovyaga zur Stelle und verhinderte schlimmeres. Nach einer guten halben Stunde schaffte es Martina Müller auf 2:0 zu erhöhen. Den vielen vergebenen Chancen trauerte nach dem Spiel auch Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann hinterher, denn mit dem einen oder anderen Treffer mehr hätten sich die „Wölfinnen“ eine deutlich bessere Ausgangslage für das Rückspiel schaffen können. So wurde der knappe Sieg aus seiner sicht zu einer „gefühlten Niederlage“. Ein Platzverweis kurz vor der Halbzeitpause gegen Olesya Mashina sorgte besonders bei Gästetrainer Achim Feifel für Verärgerung. Auch er griff noch einmal die in Fußballdeutschland in den letzten Wochen oft diskutierte Frage auf, ob eine Notbremse immer mit einer roten Karte bestraft werden muss. Der Freistoß von Verena Faißt sorgte erneut für Gefahr, traf allerdings nur die Querlatte.

In der Halbzeitpause wurde der Schneefall noch ein wenig stärker und dies hatte Auswirkungen auf das Spiel der Gastgeberinnen. Während sich Rossiyanka auf die Defensive konzentrierte und das Ergebnis halten wollte mussten die Wolfsburgerinnen das Spiel machen, was auf dem Boden nicht mehr so gut gelingen sollte. Erschwerend kam hinzu, dass ein Eigentor von Josephine Henning kurz nach Wideranpfiff den Gästen deutlich in die Karten spielte.

Alexandra Popp merkte nach dem Spiel an, dass die Wölfinnen durch die schwierigen Platzverhältnisse den roten Faden im Spielaufbau verloren. Der Ball lief nicht mehr so gut durch die Reihen wie in der ersten Halbzeit und es gelang viel zu selten den Ball gefährlich nach vorne zu bekommen. Einzig die eingewechselte Conny Pohlers sorgte immer mal wieder für Gefahr. Die größte Chance in der 2. Halbzeit hatte Viola Odebrecht, die auch heute wieder das Kapitänsamt übernahm. Ihr Kopfball nach einer Ecke von Verena Faißt ging aber knapp am Pfosten vorbei. Einige Minuten vor Schluss wurde es dann noch einmal eng. Einen Ball von Viola Odebrecht bekam Rossiyankas Torhüterin Elvira Todua nicht unter Kontrolle, Adriana Parente konnte aber noch vor der Torlinie klären. So blieb es beim knappen Erfolg.

Bereits am kommenden Donnerstag wartet das Rückspiel im Luzhniki-Stadion von Moskau auf dem von Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann eher ungeliebten Kunstrasen.

Lena Goeßling sprach nach dem Spiel von einer durchaus gefährlichen Ausgangsbasis durch das Auswärtstor der Russinnen. Auch Martina Müller war nicht besonders begeistert nun mit einem Gegentor im Gepäck nach Russland reisen zu müssen.

Hoffnung kam hingegen bei Ralf Kellermann auf, da das Team von Achim Feifel nun gefordert ist und das Spiel machen muss, um wenigstens ein Tor zu erzielen. Dies bringt Räume mit sich, welche sich für die „Wölfinnen“ gerade in der 2. Halbzeit nicht auftaten.

 

VfL Wolfsburg:

A. Vetterlein – Wensing, Henning, Hartmann, Faißt – Blässe (46. Pohlers), Odebrecht, Goeßling (68. Magull), Müller – Pohlers, Jakabfi

FK Rossiyanka:

Todua – Fabiana, Mashina, Adriana Parente, Pertseva – Cholovyaga, Petrova – Nyandeni, Edmonds (88. Shlyapina) – Julien (45. Koltakova), Oparanozie (62. Nkout)

Tore:

1:0 Popp (4.)

2:0 Müller (31.)

2:1 Henning (46., Eigentor)

Gelbe Karten: 

Blässe, Goeßling, Odebrecht / Edmonds, Fabiana, Cholovyaga

Rote Karte:  

Mashina (42./Notbremse)

Zuschauer:

1.971 in der Volkswagen Arena

Schiedsrichterin:

Cristina Dorcioman (Rumänien); Monica Rigo, Speranta Victoria Popescu