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Okt 05 2012

UWCL-Sechzentelfinale, Rückspiel: Wolfsburg am Ende souverän eine Runde weiter

VfL Wolfsburg – RTB Unia Racibórz 6:1 (1:1)

 

Text und Fotos von Sascha Heyer

Zsanett Jakabfi, Katarina IštókováVor der Partie sprach Ralf Kellermann davon, dass ein Team heiß auf das erste Heimspiel in der Champions League Geschichte der Frauen des VfL Wolfsburg sei. In der zweiten Halbzeit war dies dann auch erkennbar und trotz einsetzenden Regen war Spielfreude bei seinem Team spürbar. Das Kontrastprogramm zu einer ersten Halbzeit bei der sich die Wölfinnen unnötig schwer taten.

Wolfsburg kam gut in die Partie und hatte durch Martina Müller und Viola Odebrecht schon in der Anfangsphase Torchancen. Wirklich zwingend waren diese aber nicht. Viel wurde über lange Bälle versucht und immer wieder ging es über die Flügel. So auch nach gut 20 Minuten eine Hereingabe von Zsanett Jakabfi landet bei Martina Müller, ihr Kopfball landet aber nur an der Querlatte. Weitere Chancen durch Alexandra Popp und erneut Viola Odebrecht blieben ungenutzt. Wieder einmal bewahrheitete sich dann in der Folge eine „Fußballweisheit“. Wer die Dinger vorne nicht macht, der kassiert sie dann hinten. So kam es dann auch in der 35. Minute. Agata Tarczynskas, die nach 15 Minuten überhaupt mal so etwas wie einen Torschuss der Gäste abgab, stand plötzlich alleine vor Alisa Vetterlein und nutzte diese Chance zum 1:0-Führungstreffer für die Gäste. In der Folge wirkte Wolfsburg etwas ideenlos. Spätestens die Einwechslung von Conny Pohlers brachte dann aber wieder Belebung in das Wolfsburger Spiel. Wie Ralf Kellermann hinterher anmerkte erfolgte die Auswechslung von Lena Goeßling verletzungsbedingt, denn normalerweise erfolgt solch eine Umstellung in der Halbzeitpause. Die frühere Reaktion machte sich aber am Ende bezahlt. Kurz vor dem Halbzeitpfiff schoss Nadine Kessler in Richtung Gästegehäuse wo die polnische Torhüterin Daria Antończyk den Ball nicht richtig unter Kontrolle bekam. Conny Pohlers stand goldrichtig und konnte zum Ausgleich einnetzen.

Ralf KellermannNach dem Seitenwechsel war es dann erneut ein Schuss von Nadine Kessler der Wolfsburg in Führung brachte. Ihr Schuss von der Strafraumgrenze landete zwar nur an der Querlatte, die Nachschusschance wollte dann Zsanett Jakabfi nutzen. Ihr Ball verunglückte, landete aber bei Teamkollegin Conny Pohlers die mit ihrem zweiten Treffer die Führung für die Wölfinnen erzielte. Bevor nach dem Auslassen weitere Chancen wieder Zweifel aufkommen sollten war es Kapitän Nadine Kessler die für eine Vorentscheidung sorgte. Aus gut 11 Metern erzielte sie mit einem schönen Schuss das 3:1 und bereits eine Minute später nach einer Ecke das 4:1. Fast schon ungewollt wirkte das Tor von Verena Faißt als ihre Flanke in der 69. Minute verunglückte und im Tor der Polinnen landete. Für den Schlusspunkt sorgte dann in der Nachspielzeit Viola Odebrecht mit dem 6:1. In der nächsten Runde wartet nun der norwegische Meister Røa Fotball Elite auf die Wölfinnen.

Gästetrainer Remigiusz Trawinski sieht die Wolfsburger Mannschaft schon fast im Finale des Wettbewerbs und sprach von einem großen Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Seine Mannschaft habe letztlich erreicht was sie konnten und konnte die starke Wolfsburger Offensive zumindest eine Halbzeit lang stoppen. Nun heißt es wieder Ligaalltag in Polen und bereits morgen früh um 8 Uhr steht in Polen das nächste Training auf dem Programm.

Im Finale sieht Ralf Kellermann sein Team dagegen noch lange nicht.Besonders die erste Halbzeit stimmte ihn unzufrieden. Die anstehenden englischen Wochen und fehlende Konzentration schienen hier zu wirken. Das Gegentor und der glückliche Zeitpunkt des Ausgleichs wirkten jedoch wie ein Weckruf und die Mannschaft zeigte in der 2. Halbzeit ihr wahres Gesicht.

VfL WolfsburgRTP Unia RacibórzNadine Kessler, Agata TarczyńskaJubel

 

Vfl Wolfsburg:

A. Vetterlein – Wensing, Henning, Goeßling (45. Pohlers), L. Vetterlein, Jakabfi (64. Magull), Odebrecht, Keßler, Faißt, Müller, Popp (74. Jäger)

RTP Unia Racibórz:

Antończyk – Pawlak, Mika, Lesnik, Pozerska, Chudzik (87. Sykorova), Bojdova (60. Konsek), Istokova, Chinasa Okoro, Wisniewska (84. Jaszek), Tarczynska

Tore:

0:1 Tarczynska (35.)

1:1 Pohlers (45.)

2:1 Pohlers (48.)

3:1 Keßler (56.)

4:1 Keßler (57.)

5:1 Faißt (69.)

6:1 Odebrecht (90.)

Schiedsrichterin:

Natalia Aleksakhina (Ukraine); Kateryna Zora, Yana Sashchyna

Zuschauer:

785